Wie ist das nun mit der Schneebeere?

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Tillivilla
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Wie ist das nun mit der Schneebeere?

Beitrag von Tillivilla » Do 8. Nov 2018, 12:40

In den Minitipps wird die Schneebeere als Vogelnährgehölz empfohlen.
Auf Wikipedia steht jedoch: Obwohl die Früchte Wintersteher sind, werden sie als Futter nur wenig angenommen.

Ich schleiche um die Schneebeere herum, weil mir der weiße Fruchtschmuck gefällt und sie optisch gut in die Ecke mit meinen roten und schwarzen Fruchtschmucksträuchern passen würde. Allerdings bringe ich es - dem Hortus-Virus sei Dank :-D - nicht übers Herz, etwas völlig Nutzloses zu pflanzen, und bei Neophyten achte ich da gleich doppelt und dreifach drauf.

Bei ein bisschen Internetrecherche stößt man zwar vereinzelt auf den Hinweis, dass sich die Schneebeere zur naturnahen Gartengestaltung eignet, aber worin genau ihr Nutzen besteht, wird nicht erklärt... na gut, in der einen oder anderen Pflanzenliste von Imkern taucht sie auf.

Kann mir hier jemand Näheres dazu sagen?

EDIT: Ok, hätte ich doch gleich mal etwas genauer gelesen ... was es mit den Vögeln nun wirklich auf sich hat, weiß ich zwar noch immer nicht, aber immerhin steht auf Wikipedia: Die Blüten werden von kurz- bis mittelrüsseligen Insekten (Bienen, Wespen, Schwebfliegen) besucht. Die Blüten sind eine Bienenweide, aber auch Selbstbestäubung ist möglich.
Das klingt doch zumindest schon mal so, als könnte man dem Pflänzchen eine Daseinsberechtigung einräumen, oder? :-)
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Re: Wie ist das nun mit der Schneebeere?

Beitrag von Gartenphilosophin » Do 8. Nov 2018, 18:39

Tja, da gibt es bestimmt schönere wertvollere Pflanzen.
Ich kann mich bei den Schneeberen an keinen reichhaltigen Besuch erinnern.
Vielleicht findet Du bei den Zieräpfeln im Spindelstrauchbereich die bessere Lösung.
Da sind die FRüchte garantiert der Renner bei den Amseln und die Blüten im FRühling bei den Insekten.
LG
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Re: Wie ist das nun mit der Schneebeere?

Beitrag von Tillivilla » Sa 10. Nov 2018, 22:22

Hm, hab sie jetzt mal weggelassen. Aber vielleicht frage ich Daniel bei Gelegenheit nochmal direkt, wie er auf das mit dem Vogelnährgehölz kommt (vielleicht gibt's bei ihm Arten, die sie fressen!?), einfach aus Interesse.

Schade, dass es irgendwie kaum was mit weißen Beeren gibt, dabei finde ich die echt hübsch. Sibirischer Hartriegel fällt mir noch ein, aber der ist ja auch nicht heimisch.
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Re: Wie ist das nun mit der Schneebeere?

Beitrag von Gartenphilosophin » So 11. Nov 2018, 08:26

Tillivilla,

Amseln fressen die. Mein Gärtner sagt, das, wenn Vögel sich daran gewöhnt haben, dann auch wieder dran gehen. Sie lernen. Evolutionär ja auch verständlich, sonst würden viele Arten schon ausgestorben sein.
Die Zierjohannisbeere KIng Edward VII; die bildet so leicht weisslich bläuliche Beeren aus. Die haben keine Chance, zu zieren, die sind als erste weg. Und auch nicht auffällig am Strauch. *vogel*
LG
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Re: Wie ist das nun mit der Schneebeere?

Beitrag von Annika » Sa 17. Nov 2018, 15:59

Ich hab Daniel mal angeschrieben und nachgefragt, seine Antwort:
Hallo Annika.Ja,es ist richtig,das die Schneebeere nicht unbedingt unter den 1.Rängen ist.Ich hatte sie mit reingekommen weil ich bei mir im Hortus vögel beim fressen dieser früchte beobachtet habe.Im neuen, überarbeitetem Minitipp habe ich sie nicht mehr mit drinn.lg

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Re: Wie ist das nun mit der Schneebeere?

Beitrag von tree12 » Fr 14. Dez 2018, 11:27

Die Schneebeere und ihre Sorten sind sehr wertvoll für den Naturgarten, egal, ob heimisch oder nicht. Erstens kann man sie an schattigen Stellen pflanzen, auch unter Bäumen, wo sonst wenig wächst. Die Beeren sind Notfutter für Amseln und Drosseln. Die Blüten dienen Wildbienen als hochwertige und vielbesuchte Nahrungsquelle. Ich habe mir jetzt extra die Zwergsorte "Magic Berry" für die Kübelhaltung bestellt, sie soll nach vorne zu den Wildbienennisthilfen.

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Re: Wie ist das nun mit der Schneebeere?

Beitrag von Gartenphilosophin » Fr 14. Dez 2018, 12:58

tree12 hat geschrieben:
Fr 14. Dez 2018, 11:27
Die Schneebeere und ihre Sorten sind sehr wertvoll für den Naturgarten, egal, ob heimisch oder nicht. Erstens kann man sie an schattigen Stellen pflanzen, auch unter Bäumen, wo sonst wenig wächst. Die Beeren sind Notfutter für Amseln und Drosseln. Die Blüten dienen Wildbienen als hochwertige und vielbesuchte Nahrungsquelle. Ich habe mir jetzt extra die Zwergsorte "Magic Berry" für die Kübelhaltung bestellt, sie soll nach vorne zu den Wildbienennisthilfen.
Nach oben
Das heisst aber nicht, das nicht auch andere Beerensträucher dieselbe Aufgabe erfüllen.
So wertvollist siedenn doch nicht.
Hagebutten, Zieräpfel, Schlehen, viele andere Beeren stehen im Winter zurVerfügung. Die Schneebeere füllt da keine Lücke.
LG
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Re: Wie ist das nun mit der Schneebeere?

Beitrag von tree12 » Fr 14. Dez 2018, 19:45

Natürlich stehen im Winter für die Vögel wertvollere Beeren und Früchte zur Verfügung, wobei jedoch auch die Hagebutten nur ein Notfutter für Amseln und Drosseln darstellen. Beerensträucher sind generell unerläßlich als Insektenweiden, aber die meisten brauchen einen vollsonnigen Standort, vielleicht abgesehen von den Himbeeren, die auch mit Halbschatten gut klarkommen.

Und mit Wurzeldruck durch große Bäume kommen nicht so viele Pflanzen klar. Die Schneebeere füllt da schon eine Lücke, da sie sowohl Wurzeldruck wie auch Schatten gut verträgt und mit fast jedem Boden zurechtkommt. Der Nektarwert der Blüten ist hoch und auch Pollen liefert sie, wenn auch nicht sehr ergiebig. Und die Blütezeit ist lang, bis in den September hinein, also nach der Obstbaumblüte, wo es Lücken zu stopfen gilt.

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