Obstbäume und was noch?

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Annika
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Obstbäume und was noch?

Beitrag von Annika » Sa 11. Aug 2018, 13:35

Hallo, ich habe die Hoffnung eventuell noch ein weiteres Hortusprojekt anzustoßen, neben unserem eigenem Garten.

Die Fläche die derzeit anvisiert ist, ist auf einer Seite mit einer Mauer abgegrenzt, an der eine dicke Brombeerhecke wächst, da kann, will und muss ich nichts großartig verändern.
Eine Seite ist quasi offen, mit etwas Abstand steht dahinter aber ein altes Haus, was auch gerne noch für Veranstaltungen genutzt wird. Ich denke auf der Seite werde ich die Pufferzone mehr oder weniger weglassen,eventuell niedrig vor der Terrasse so was wie Obststräucher.....

Aaaaber auf zwei Seiten ist die Fläche von alten Obstbäumen / Apfelbäumen umgeben. Was könnte ich da sinnvollerweise dazu pflanzen? Die Bäume sind mit einem Abstand von ca. jeweils 4m - 5m gepflanzt. Also ist die "Pufferzone" da eher löcherig... Die Apfelbäume müssen unbedingt erhalten bleiben, dass hat auch was mit Denkmalschutz zu tun und warum sollte man auch reich tragende, alte Sorten fällen??
Trotzdem möchte ich auf der Seite erreichen, dass es etwas abgetrennter wirkt und ein bisschen mehr Puffer gibt.
Wichtig ist, dass die Neupflanzungen nicht in Konkurrenz zu den Obstbäumen wachsen, sondern sich ergänzen. Ganz toll wären da auch irgendwelche Sträucher die reichhaltig blühen, am besten nicht parallel zu den Apfelbäumen sondern zeitversetzt.

Ideen und Vorschläge? :?

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Re: Obstbäume und was noch?

Beitrag von Gartenphilosophin » Sa 11. Aug 2018, 22:48

Schwierig. Obstbäume brauchen Platz und Wind, damit sie immer gut bei Feuchtigkeit abtrocknen können. Zum puffern sind sie jetzt nicht geeignet, finde ich... Sind dann ja auch schwierig zu beernten.
LG
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Re: Obstbäume und was noch?

Beitrag von Boloria » So 12. Aug 2018, 11:13

Es ist natürlich immer sehr schwer etwas zu sagen, wenn man die genauen Verhältnisse vor Ort nicht kennt.
Geht denn schon ein Zaun um die Fläche herum? Darf da überhaupt einer hin? Den könntest Du dann mit Kletterpflanzen begrünen, so daß sich eine grüne Wand ergibt. Mit Efeu? MIt Wicken? Zwischen die Bäume einzelne Totholzhaufen oder Reisighaufen, so daß man bei der Ernte auch noch an die Bäume kommt. Also gleich den Schnitt der Obstbäume an Ort und stelle belassen. Oder die Fläche zwischen den Bäumen nicht zur reinen Pufferzone ausbauen, sondern den Boden (wenn nicht schon vorhanden) mit Frühjahrsblühern aufwerten. Etwa Lerchensporn oder Schneeglöckchen, Krokusse. Außerdem gibt es auch Blumenwiesen für Halbschatten. Da bin ich gerade am ausprobieren. Wir haben auch eine schattige Stelle (vom Nachbarsbaum) im Garten, an der eigentlich nur noch Moos und Gras wächst. Die will ich diesen Herbst neu einsäen.

Vielleicht schaust Du Dich auch mal auf dieser Seite um: http://www.lebensraum-buchleite.de/
Hier geht es um das Naturschutzgebiet Buchleite bei uns in der Nähe. Vielleicht kommen Dir dann auch noch Ideen. Übrigens findet man auf der Seite auch eine Liste mit alten Obstsorten, die dort wachsen und die teilweise nicht mehr erhältlich sind. http://www.lebensraum-buchleite.de/obstsorten

Also vielleicht keine richtige Pufferzone, sondern eher eine Aufwertung der bestehenden Verhältnisse durch Naturmodule und Veränderungen in Bodennähe.
Es grüßt Boloria!

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Re: Obstbäume und was noch?

Beitrag von Brunnladesch » Mo 13. Aug 2018, 11:45

Je nach Bestand würde ich mich da eher an Streuobstwiesen orientieren.
Natascha K.

Sei selbst der Wandel und nicht das Rädchen.

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Re: Obstbäume und was noch?

Beitrag von GmiasObstTierla » Mo 13. Aug 2018, 20:54

Ich habe am Wochenende von einem ca. 120 Jahre alten Birnbaum zwei Anhänger voll Efeu entfernt, weil die Krone zu 80% überwachsen war. Auch wenn das ein toller Nistplatz für Vögel war: Um den Birnbaum zu retten war das notwendig, wenn er abstirbt hätte niemand etwas davon. Daher würde ich Efeu mit Vorsicht genießen, das hat ein recht einnehmendes Wesen.

Für Apfelhochstämme sind 4-5 Meter Abstand eigentlich viel zu wenig, das erkennt man mit den Jahren dann erst. Bei 7m Abstand bedrängen sie sich schon heftig, 10m sind eigentlich ideal. Wenn die Wiese noch etwas Sonne abbekommen soll sind und eine Weide daraus entstehen soll, dann tendiere ich zu 12m. Also für eine dichte Abgrenzung ist das schwierig. Ich habe meinen tollen Apfelhochstamm mit einer Mirabelle (Sämling), einer Mandel und einem Pfirsich (im Quadrat bepflanzt) zu einem Schattensitzplatz kombiniert. Ich hab sie auch zu dicht gepflanzt, die Krone wird nach oben komplett zu in 4-5 Jahren. Das wird dann schwierig zu schneiden. Seitwärts ist es mir auch noch zu offen an der Grundstücksgrenze, aber es soll ein Holzstapel noch zwischen zwei Bäume und höhere Stauden (Waldgeissbart und diverse heimische Farne) in die andere. An der Mirabelle ist eine schöne Kletterrose, die stört da nicht bei Schnitt und Ernte.

Aber eine Pufferzone ist das trotzdem alles nicht bei mir, da ist es wie bei dir noch zu offen. Kletterrosen gehen nicht, wenn man auf den Baum muss zum Schneiden, weil zu stachelig. Dann sollte sich die Bepflanzung mit dem schattigen Platz begnügen und nicht zu hoch werden. Ich hab da noch Faulbaum und Kornellkirsche als Kandidaten ausgemacht, zweitere kann mit Schnitt gut eingepasst werden.

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Re: Obstbäume und was noch?

Beitrag von Annika » Di 14. Aug 2018, 07:05

Erst mal lieben Dank für die bisherigen Antworten und Denkanstöße. Ich zeige euch die Tage mal ein Foto. Die Bäume sind sogar nur 3m auseinander, hab ich gestern nachgemessen. An einer Stelle habe ich über Eck 3 x 7m "Freifläche", da werde ich mich dann wohl Pufferzonen mäßig austoben. Bei den Bäumen werden es dann wohl nur ein paar vorsichtige Unterpflanzungen und ein paar Naturmodule.
GmiasObstTierla hat geschrieben:Kletterrosen gehen nicht, wenn man auf den Baum muss zum Schneiden, weil zu stachelig.
Ich habe im Garten die Ramblerrose "Maria-Lisa" gepflanzt. Sie hat keine Dornen. Wäre eventuell also eine Möglichkeit.

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Re: Obstbäume und was noch?

Beitrag von GmiasObstTierla » Mi 15. Aug 2018, 09:02

Es hängt halt beim Schneiden und Ernten davon ab, ob man in den Baum klettern muss oder nicht. Die Mirabelle wird zur Ernte geschüttelt und der Schnitt geht mit der Teleskopschere. Mein Apfelbaum hat eine tolle Hohlkrone, da kann man für Schnitt und Ernte gut reinklettern. Da wäre mir die klassiche Verwertung als Mostobst zu schade, das sind gute Lageräpfel. In der Mirabelle hängen zwei Nistkästen, da hat die Rose (Perennial Blue) mit Stacheln auch die Funktion, die Katzen von den Vögeln fernzuhalten. Und schön ist sie auf jeden Fall auch!

Allgemein finde ich eine Pufferzone an der Grundstücksgrenze gestalterisch nicht einfach, wenn es die öffentliche Seite des Grundstücks ist, die jeder als erstes zu sehen bekommt. Ist es zu wild, dann beschweren sich die Leute, dass man es zu arg verwildern lässt. Eine Wildrosenhecke finde ich da auch optisch einen guten Kompromiss, außerdem gefällt mir, dass bodenbrütende Vögel vor Katzen sicher sind. Das klappt dann aber wieder nicht mit Hochstamm-Obstbäumen, weil man da an die Bäume hinkommen muss. Auch mit anderen Sträuchern ist das oft ein Platzproblem. Stauden ziehen ein, da kommt man zum Schnitt wenigstens sauber hin, das ist für mich dann aber wieder zu offen und puffert nur 8 Monate im Jahr. Herausfordernd ist die Situation da auch bei mir.

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