Die Weinbergschnecke

Schecken, Schnegel & Co. *schnecke*

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Lisa Sting
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Die Weinbergschnecke

Beitrag von Lisa Sting » Mi 3. Okt 2018, 11:04

Die Weinbergschnecke
(Helix pomatia)
Weinbergschnecke.jpg
Ist die größte Gehäuseschnecke bei uns in Deutschland. Sie hat noch eine kleinere Schwester die gefleckte Weinbergschnecke (Helix aspersa), welche aber nicht in allen Teilen Deutschlands vorkommt, da sie ein milderes Klima bevorzugt. Beide Arten sind geschützt.
Die Weinbergschnecke ist, mit ca. 30-50mm breiten und 30-50mm hohen, stabilen "kugelförmigen" Gehäuse wie gesagt die größte Gehäuseschnecke Deutschlands. Ihr Haus ist fast immer rechtsgewunden und besitzt 5-6 gewölbte Umgänge mit braunen Streifen. Die Mündung, also der Eingang ihres Hauses verfügt über eine deutliche Lippe. Das Haus an sich variiert in der Farbe von cremeweiß bis braun.
gefleckte Weinbergschnecke.jpg
Ernährung

Die hübsche Schnecke ernährt sich rein pflanzlich. Die Annahme, dass sie die Gelege von anderen Schnecken, bsp. der Spanischen Wegschnecke fressen, stimmt leider nicht. Dennoch ist die Weinbergschnecke auf keinen Fall ein Gartenschädling, denn sie bevorzugt welke Nahrung. Trotzdem fressen Weinbergschnecken auf frische Pflanzenteile, wobei sie nie in Massen auftreten und somit nie großen Schaden anrichten. Sie legen zum Teil weite Weg zurück auf der Suche nach Nahrung, wobei sie sich mit ihren Fühlern orientieren und gezielt auf Nahrungsquellen zu kriechen.

Lebensweise
Die Weinbergschnecke ist wie alle Schnecken ein zwittriges Wesen, welches also über beiderlei Geschlechter verfügt. Hat sich im Sommer ein Pärchen gefunden, erfolgt ein langwieriger Paarungstanz in dem sich die Tiere Fuß an Fuß aufstellen und sich sanft hin und her wiegen und betasten. Schließlich erfolgt dann eine wechselseitige Befruchtung mittels der sogenannten Liebespfeile.
Zur Eiablage gräbt die Moluske mit ihrem Muskelfuß ein Loch in den Boden und entlässt ca. 40-60 weißliche Eier und verschließt das Nest anschließend wieder.
Weinbergschnecke Paarung.jpg
Nach ca. 2 Wochen schlüpfen dann die Kleinen. Sie haben ein noch sehr weiches Haus und ein Großteil der Brut fällt Fressfeinden wie Ameisen, Nematoden, Spinnen und Milben zum Opfer. Diejenigen die Überleben, erreichen mit ca. 2-3 Jahren die Geschlechtsreife und der Kreislauf beginnt von vorne. Die Tiere können, wenn sie nicht Fressfeinden getötete oder verunfallen angeblich mind. 20 Jahre alt werden.
Solch ein Alter erreichen sie durch zahlreiche Tricks.

Die Trockenstarre
Weinbergschnecke Trockenstarre.jpg
Um längere Trockenperioden zu überstehen, wendet die Weinbergschnecke eine List an. Sie begibt sich in einen Trockenschlaf, nachdem sie ihre Mündung , zum Schutz vor Austrocknung, mit einem dünnen Häutchen aus Sekret verschließt. Sie kommt erst wieder heraus, wenn wieder dauerhaft feuchteres Klima herrscht.

Die Winterstarre
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Im Winter hingegen, wenn die Temperaturen fallen, sucht die Weinbergschnecke eine geschützen Ort auf und verdeckelt ihr Mündung mit einem kalkhaltigen Deckel, einem sogenannten Epiphragma. Dieses Deckelchen wird im darauffolgenden Frühjahr wieder ausgestoßen und kann auch verzehrt werden um neuen Kalk aufzunehmen.

Feinde

Die erwachsene Weinbergschnecke hat dank ihres harten Gehäuses eigentlich nur den Mensch als Feind. Von ihm wird sie verspeist (auch kommerzielle Anzucht), zertreten oder mit Schneckenkorn getötet. Sonst hat das geschützte Tier kaum einen Feind zu fürchten.

Was kann ich für die Weinberschnecke im Garten tun?
Weinbergschnecke an Trockenmauer.jpg
Da die Moluske kalkhaltige Umgebungen liebt, da sie den Kalk als Bausubstanz für ihr Haus benötigt, kann man das Tier unterstützen, indem man eben Kalk anbietet. Dies kann man beispielsweise in Form einer Trockenmauer aus Kalkstein machen, auf der sie sich dann eifrig tummeln werden und in deren Spalten sie sich vor der Mittagssonne verstecken können.
Außerdem tut man gut daran, wenn man eine schöne ausgeprägte Pufferzone in Form einer artenreichen Hecke pflanzt, in deren Schutz sie gern des Tages nach Nahrung suchen.

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