Was kann ich für Teichmolche im Garten tun?

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Was kann ich für Teichmolche im Garten tun?

Beitrag von Lisa Sting » So 18. Feb 2018, 11:13

Der Teichmolch ist der am häufigsten vorkommende Molch in Deutschland, die Chancen stehen also gut, den possierlichen Wasserdrachen auch im eigenen Garten anzusiedeln.
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Wenn man einem Tier im Allgemeinen helfen und im Speziellen im Garten ansiedeln möchte, muss man sich erst einmal mit dessen Biologie befassen. Man muss wissen, welche Lebensumstände der Schützling benötigt um diese dann im Garten möglichst exakt nachzuahmen. Deshalb hier ein paar kurze Infos zum Teichmolch.

Lebensweise
Als waschechte Amphibie, lebt der Teichmolch ein zweigeteiltes Leben. Die eine Hälfte des Jahres lebt er in der Laubschicht im Wald und wenn im Frühjahr (Ende Februar/ Anfang März) die Frühlingsgefühle aufkommen, zieht es ihn ins Laichgewässer, wo er die andere Hälfte des Jahres verbringt. Es kommt auch durchaus vor, dass einzelne Molche im Teich überwintern. Bei der Auswahl der Laichgewässer ist der Teichmolch nicht sehr wählerisch, wobei besonnte und pflanzenreiche Gewässer bevorzugt werden und keine Vermüllung oder Verunreinigung des Wassers durch Düngermittel/Jauche vorhanden sein darf. Im passenden Laichgewässer angekommen, ernähren sie sich von kleinen Wasserinsekten aber auch von Froschlaich und Kaulquappen.
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Nach einer efolgreichen Balz und Paarung, legt das Weibchen bis zu 300 Eier (einzeln!) an Unterwasserpflanzen ab.[/font]

Verbesserung des Lebensraums im eigenen Garten
Was liegt also näher als eine Gartenteich anzulegen! Das ist garnicht so schwer wie man denkt und bereichert den Garten für vielerlei Tiere. Der Teich sollte an einen halbschattigen Ort im Garten errichtet werden, welcher etwas Abseits von Bäumen und deren Falllaub im Herbst stehen sollte. Wichtig ist auch, dass man einen flachen Uferbereich erschafft, welcher sich in der Sonne schneller erwärmt, einigen Flachwasserpflanzen Lebensraum bietet und zu guter Letzt einen einfachen Ein- und Ausstieg der Tiere ermöglicht. Der Teich sollte aber auch mindestens einen Meter tief sein, dass er im Winter nicht bis zum Grund gefriert und evtl. Überwinterungsgäste sterben müssen. Sauerstoffproduzierende Unterwasserpflanzen wie Hornkraut oder Wasserfeder sorgen für gute Wasserqualität und sind gleichzeitig Ablaichplatz und Kinderstube der Teichmolche.
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In unmittelbarer Umgebung des Teiches sollten sich einige Pflanzen und auch gerne Totholzstücke befinden, unter denen die Tiere beim Verlassen des Gewässers Schutz suchen können. Unter Totholz oder Rindenstücken welche man einfach auf den Boden legt, hält sich die Feuchte und gern finden sich dort Molche während des Tages ein. Außerdem lockt Totholz während seiner Zersetzung unzählige Insekten und Würmer an von denen sich die Teichmolche ernähren können. Ein Sumpfbeet mit einigen Stücken Totholz ist also ein guter Rückzugsort für die besonders geschützten Amphibien.[/font]
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