gewöhnliche Robinie - Robinia pseudoacacia

Wenn ihr Pflanzen vorstellen möchtet, dann seid ihr hier am richtigen Platz. Hier sollen Beiträge gesammelt werden, die alle nötigen Infos zu einer bestimmten Pflanze enthalten. Selbstverständlich können diese Portraits auch gemeinsam durch Ergänzungen entstehen und müssen nicht in aller Ausführlichkeit von einer Person erarbeitet werden. ;-)

Moderator: Gartenphilosophin

Benutzeravatar
Annika
Registrierter Benutzer
Beiträge: 851
Registriert: Do 11. Mai 2017, 20:30
Wohnort: 19309 Lenzen / Breetz
Hortus-Name: Hortus hercule
Kontaktdaten:

gewöhnliche Robinie - Robinia pseudoacacia

Beitragvon Annika » So 17. Sep 2017, 09:32

STECKBRIEF

Handelsnamen: (gewöhnliche) Robinie, Schein-Akazie, falsche Akazie, Silberregen
Botanischer Name: Robinia pseudoacacia

Familie:
Hülsenfrüchtler

Einheimisch: nein, vor über 300 Jahren aus Nordamerika als Gartenpflanze eingeführt
Insektenfreundlich: ja
Raupenfutter:

Essbar: nein
Ungenießbar/Giftig?: ja

Blüht weiß, seltener blassgelb oder pink, von Mai bis Juni
zu erwartende Größe: bis 25m , standortabhängig
mehrjährig? ja
Verwildernd: ja, gilt als invasiv
Bevorzugter Standort: anspruchslos
Bevorzugter Boden:

Ähnliche Pflanzen/Verwechslung möglich mit:

Sonstiges: letzter Baum im Jahr, der seine Blätter austreibt und erster der sie wieder verliert


Die Robinie wurde zunächst als „nur“ Ziergehölz gesehen. Zwischen 1623 und 1635 wurde sie von Jean Robin Virginia (Nordamerika) nach Paris eingeführt. Sie wurde in Gärten und Parkanlagen gepflanzt. Erst im 18. Jahrhundert erkannte man den forstwirtschaftlichen Nutzen des Baumes und später auch die Möglichkeit zur Nutzung des Holzes.

Durch ihr Schnelles Wachstum könne mit Robinien zugrunde gewirtschaftete Waldflächen wieder aufgeforstet werden.Das Holz weist eine hohe Dichte auf und ist deshalb vielseitig einsetzbar. Es eignet sich zum Beispiel für die Herstellung von langlebigen und stabilien Zaunpfählen.
Ein interessanter Tipp ist auch, die Stämme und Zweige in gleichmäßige Teilstücke zu zerschneiden und als Gartenweg zu nutzen. Kann ich mir optisch sehr gut vorstellen, Zweifel hätte ich nur bezüglich der Rutschigkeit, wenn es denn naß draußen ist..:?!
Auch soll Robinienholz geeignet sein – ohne langwierige Ablagerung – verbrannt zu werden.

Wachstum und Verbreitung
Robinien wachsen sehr schnell und bilden über ihre Wurzeln kleine Schösslinge, die im Umkreis des „Mutterbaumes“ aus dem Boden sprießen. Dieser Effekt wird deutlich verstärkt und angetrieben, wenn der Altbaum einen schweren Schaden erleidet. Zum Beispiel, wenn er gefällt wird.
Außerdem verbreiten Robinien sich über Samen, die in sich in unzähligen Samenhülsen bilden. Da die Samen den ganzen Winter über am Baum hängen bleiben, ist die Robinie auch in dieser Zeit schön anzusehen. Interessant finde ich noch, dass Robiniensamen ihre Keimfähigkeit bis zu 30 Jahre erhalten können.

Bild
Bild
Bild
Samenschoten am Baum:
Bild
Bild
Bild
Blüte:
Bild
Bild

Haben sich Robinien ungünstig ausgebreitet oder ändert sich einfach die Nutzung und Aufteilung im Garten, kann das Entfernen der Robinie(n) notwendig werden.
Dieses ist aber gar nicht so einfach.

Da sich die Robinie sowohl über Samen, als auch über Wurzelausläufer ausbreitet, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass am alten Standort wieder neue Robinien wachsen.
(siehe Absatz Wachstum und Verbreitung)
Es ist also notwendig das Wurzelwerk möglichst vollständig aus dem Boden zu entfernen. Dass das eine Menge Arbeit ist, kann man sich denken.

Wer auf die Arbeit keine Lust hat oder aus anderen Gründen, den Boden nicht tiefgründig aufgraben kann oder will, kann es mal auf diese Art versuchen:

Sie erfordert jede Menge Geduld…. Am unteren Teil des Stammes einer zu fällenden Robinie wird eine tiefe, 10-20cm breite Kerbe rundherum geschnitten. Wichtig ist, dass durch den Einschnitt die Rinde des Baumes vollständig durchdrungen wurde. Somit wird der Saftfluss des Baumes unterbrochen und er geht ein. Das dauert aber gut und gerne ein Jahr.
Nun kann der Baum gefällt werden und die Wurzelausläufer dürften ausbleiben oder wenigstens deutlich weniger auftreten.
Zur Giftigkeit der Robinien:
Das Gift sitzt überwiegend in den Samen und in der Rinde des Baumes. Verhängnisvoll kann es werden, wenn ein Kind auf die Idee kommt, sich die Rinde in den Mund zu stopfen und zu verschlucken. Die Möglichkeit kann vor allem wegen dem süßlichen Geruch der Rinde nicht ausgeschlossen werden. Symptome treten hier bereits nach einer Stunde auf.
Wird der Baum bearbeitet (beschnitten, gefällt, zersägt, verarbeitet…), sollte darauf geachtet werden, dass man den Staub dabei nicht einatmet, da dieses zu allergischen Reaktionen führen kann. Das Tragen einer Staubmaske ist eine leicht umzusetzende Schutzmaßnahme.
Aber auch für Tiere ist diese Pflanze teilweise giftig. So sollten Hunde keine Stöckchen aus Robinienholz zum Spielen bekommen. Sollten sie daran rumnagen, können sich Vergiftungen einstellen. Symptome können erhöhter Speichelfluss und Teilnahmslosigkeit sein.
Aber auch für Vögel und Nagetiere ist die Robinie giftig, selbst Pferde und Rinder kann sie im wahrsten Sinne des Wortes umhauen.

Zurück zu „Pflanzenbeschreibungen“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 2 Gäste