Blutbuche - Fagus sylvatica purpurea

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dieser Bereich soll mit Beiträgen bestückt werden, in denen einzelne Pflanzen konkret vorgestellt werden. Da so ein allumfassendes Portrait aber wirklich Arbeit ist, sollten die Beschreibungen durch Teamwork entstehen. Jeder der kann steuert etwas bei, was wichtig sein kann, um ein ausführliche Pflanzenbeschreibung zusammen zu bekommen.

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Blutbuche - Fagus sylvatica purpurea

Beitrag von maleficum » Di 2. Okt 2018, 03:59

Die Blutbuche, auch Purpurbuche (Fagus sylvatica purpurea) genannt, ist eine häufig angepflanzte und beliebte Zierform der Rotbuche. Das langhaftende Laub, das im Sommer glänzend bordeauxrot, später matt schwarzrot gefärbt ist, gibt der Blutbuche ihren Namen. Für die besondere Rotfärbung ist übrigens der Farbstoff Anthocyan verantwortlich, der im Zellsaft des Blattes gelöst ist.

Die Höhe in der Hecke bis 4m, als Einzelbaum bis zu 20m.
In der Eifel, insbesondere im Monschauer Heckenland, werden Rotbuchen als Hecken zur Feldumzäunung und als haushoher Windschutz verwendet. Viele Häuser sind dort von mächtigen Hecken umgeben. Die Meikleour Beech Hedge nördlich der schottischen Stadt Perth gilt als höchste Hecke der Welt (bis zu 36 Meter).
Die Bucheckern locken viele gern gesehene Besucher in Ihren Garten, wie Kleintiere und Vögel. Verschiedene Arten von Spechten bauen ihre Nisthöhlen in Rotbuchen. In Mitteleuropa sind dies vor allen Buntspecht, Grauspecht und Schwarzspecht. Die essbaren Blätter der Buchen gelten als entzündungshemmend. So wurden sie bei Zahnfleischproblemen zerkaut oder bei Geschwüren als Wundauflagen genutzt.
Von Kopfbuchen spricht man analog zu den Kopfweiden bei in Brusthöhe abgesägten Buchen, die man zur erneuten Holzgewinnung wieder nachwachsen lässt. Dies führt zu einem Krüppelwuchs, der den Bäumen ein bizarres Aussehen verleiht. Alte Exemplare sind unter anderem noch im Kottenforst der Stadt Bonn sowie im Urwald Sababurg zu sehen. Buchen wirken generell bodenverbessernd, da sich ihr Laub in einem bis zwei Jahren abbaut.

Nach einem trockenen heißen Jahr fällt die Bucheckernernte häufig besonders reichlich aus. Solche Mastjahre gehören zur Überlebensstrategie von Buchen. Auch in normalen Bucheckern-Jahren tragen Tiere über die Versteckausbreitung zur natürlichen Verjüngung der Bestände bei. Eichhörnchen, Rötel-, Wald- und Gelbhalsmaus legen Bucheckerdepots als Wintervorräte an, vergessen jedoch häufig ihre versteckten Früchte, die dann auskeimen können.
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