Schmetterlingsjahr 2018 ? Eindrücke & Erfahrungen

Schmetterlinge und ihre Futterpflanzen *schmetterling*

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Boloria
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Schmetterlingsjahr 2018 ? Eindrücke & Erfahrungen

Beitrag von Boloria » Fr 17. Aug 2018, 12:51

Ich benutze in der letzten Zeit den Kosmos Schmetterlingsführer von Heiko Bellmann, Bin damit eigentlich ganz gut unterwegs. Und die Hinweise auf die Futterpflanzen der Raupen und die Vorstellung der Futterpflanzen im zweiten Teil finde ich gut gelungen.

Auch wenn einige meiner Nachbarn auch der Meinung sind, daß es heuer sehr viele Schmetterlinge gibt, kann ich persönlich das so für meinen Garten nicht bestätigen. Es flattern zwar unheimlich viele Weißlinge durch den Garten. Aber die Vielfalt ist mangelhaft. Unterschiedliche Arten sehe ich kaum, und wenn dann nur einzelne Falter, was sehr sehr schade ist.
Als Beispiel war letztes Jahr ein Schachbrettfalterweibchen in der Wiese und heuer hatte ich drei Schachbrettfalter hier. Leider nur Männchen. Den ersten hat ein Vogel geholt, den zweiten eine Krabbenspinne und den dritten habe ich dann auch aus den Augen verloren. Meine Hoffnung, daß er sich auf die Suche nach einem Weibchen gemacht hat. So etwas frustriert mich dann immer....
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Re: Magerrasen-Perlmutterfalter - Boloria dia

Beitrag von Gartenphilosophin » Fr 17. Aug 2018, 13:29

Boloria,

das ist schade. Bei mir habe ich in diesem Jahr unglaublich viele unterschiedliche Schmetterlinge beobachten und photographieren können. Die sind mir nie so aufgefallen, ebenso die Mengen.
LG
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Re: Magerrasen-Perlmutterfalter - Boloria dia

Beitrag von Annika » So 19. Aug 2018, 21:25

Boloria hat geschrieben:Auch wenn einige meiner Nachbarn auch der Meinung sind, daß es heuer sehr viele Schmetterlinge gibt, kann ich persönlich das so für meinen Garten nicht bestätigen. Es flattern zwar unheimlich viele Weißlinge durch den Garten. Aber die Vielfalt ist mangelhaft. Unterschiedliche Arten sehe ich kaum, und wenn dann nur einzelne Falter, was sehr sehr schade ist.
Das ist bei uns auch so. Unmengen an Weißlingen.... Ansonsten eher Einzelgänger. Ich meine, ich seh schon auch ne Menge anderer Arten. Aber ein einzelner Schwalbenschwanz... Aurorafalter, Perlmuttfalter...
Ich glaube das mir mehr Arten auffallen, liegt einfach daran, dass ich mich mehr mit Schmetterlingen beschäftige als vorher...

Denn zB bei den allseits bekannten Tagpfauenaugen fällt es mir extrem auf, dass es weniger sind, als die Jahre zuvor. Raupen hab ich null gefunden dieses Jahr, obwohl ich sogar danach gesucht habe und es an Brennnesseln bei uns in der Gegend und im Garten nicht mangelt...

Mir kommt es ein bisschen so vor, als wenn die Allgemeinheit / Medien vom "Schmetterlingsjahr reden und das alles außer acht lassen und die Situation nur schön reden wollen!?

Wäre ja schön, wenn ich mich irre...

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Re: Magerrasen-Perlmutterfalter - Boloria dia

Beitrag von Boloria » Di 21. Aug 2018, 17:51

Das Problem ist immer, daß man persönlich natürlich keine wissenschafltich verwertbaren Zahlen (verschiedene Arten und deren Anzahl an Einzelschmetterlingen) hat. Also ist eigentlich jegliche Beobachtung von uns subjektiv. Bei einem gab es nur noch zwei Schmetterlinge, nun sind es zehn. Aber ist das dann eine Steigerung oder nur ein Einmaleffekt, oder, oder, oder.... Und natürlich gibt es auch unzählige Nachfalter. War neulich bei Dunkelheit im Garten und bin mit einigen Schmetterlingen zusammengestoßen. Was man am Tag sieht ist ja nur die eine hälfte der Medaille.

Bei mir zumindest sind rundum nur Gärten mit "Englischem Rasen". Und ich freue mich schon, daß sich überhaupt noch ein etwas seltenerer Schmetterling zu mir verirrt. Aber wie Du auch schreibst, braucht es für eine Vermehrung natürlich mehr Individuen und nicht nur einen einzelnen Schmetterling einer Art. Und es könnte sich auch die Anzahl der Schmetterlinge wieder etwas vermehren, zumindest der "Standardarten". Hinter unserem Haus gab es einen stillgelegten Acker, der mit Blühpflanzen angesät wurde. Und schon nach drei Jahren hatten sich hier zumindest wieder vermehrt Schachbrettfalter, Widderchen oder Dickkopffalter versammelt. Natürlich keine Arten der Roten Liste. Aber es entstand wenigstens wieder ein kleiner Zustand von "Natur". Dann wurde es im Winter umgeackert und mit Mais vergiftet. Im nächsten Jahr war kein einziger Falter mehr zu sehen. Nun wird es Neubaugebiet.

Schön wäre es einfach, wenn es innerhalb eines Ortes mehrere Horti gäbe. Dann könnte sich ein kleines Netz entwickeln und es möglicherweise zu mehr Individuen kommen. Aber wenn ich jemanden darauf anspreche, doch auch etwas zu ändern, stoße ich auf taube Ohren. Auch die Gemeinde habe ich schon angeschrieben, die vielen öffentlichen Flächen (und bei uns gibt es wirklich viele) neben den Ortsstraßen als Blühflächen anzulegen. Reaktion: keine!

Lese gerade die Broschüre der Deutschen Wildtier Stiftung "Das Verschwinden der Schmetterlinge". Prof. Dr. Josef H. Reichholf analysiert darin, die Zählungen, die er selbst am Rand seines Wohnortes in einem ländlichen Agrargebiet gemacht hat. Er kommt zum Schluß, daß der Rückgang der Schmetterlinge am Land wesentlich höher ist, als etwa in städtischen Parks. Und sein Fazit: "Magerkeit schafft Vielfalt!"
Die 70 seitige Broschüre ist übrigens unter https://www.deutschewildtierstiftung.de/publikationen zu erhalten.

Einen 30-minütigen Kurzvortrag könnt Ihr auch hier sehen:
https://www.youtube.com/watch?v=PfzywRfW_4M
Es grüßt Boloria!

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Re: Schmetterlingsjahr 2018 ? Eindrücke & Erfahrungen

Beitrag von Annika » Di 21. Aug 2018, 20:49

Hab den Perlmuttfalter-Beitrag mal geteilt und die letzten Beiträge in ein neues Thema gepackt. ;-)
Boloria hat geschrieben:Und sein Fazit: "Magerkeit schafft Vielfalt!"
Damit ist der dann ja einer Meinung mit Markus Gastl. ;-) Passt also sehr gut, dass Hortus-Prinzip. :ugeek: *hortus*



@all: Wie sind eure Beobachtungen im "Schmetterlingsjahr 2018" ? *schmetterling*

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Re: Schmetterlingsjahr 2018 ? Eindrücke & Erfahrungen

Beitrag von susi » Di 21. Aug 2018, 21:25

Hauptsächlich hab ich Kohlweißlinge gesehen,die gibt's zu hauf. Auch Nachtfalter hab ich viele gesehen.
Mein Schmetterlingsflieder hat kaum Besuch,paar Bienen und Schwebfliegen ?
Obwohl ich heuer so viel für Schmetterlinge angepflanzt habe.

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Re: Schmetterlingsjahr 2018 ? Eindrücke & Erfahrungen

Beitrag von Gartenphilosophin » Mi 22. Aug 2018, 07:32

Guten Morgen,


nun ist es ja nicht so, das jede Region und jede Wiese eine Unmenge an Schmetterlingen anzieht.
Der vielgerühmte Kohlweissling tritt gerne in Mengen auf, der Schwalbenschwanz vielleicht eher nur einzeln.
Wir können nur beobachten, was IST. Und anpflanzen, und der Gemeinde auf den Sender gehen. Hier bei uns im Landkreis Lüneburg sind alle KOmmunen recht willig, auch LAndwirte machen mehr. Was nicht heisst, das die Blühstreifen im nächsten Jahr nicht umgepflügt werden.
Natürlich kann das diesjährige vermehrte Auftreten nicht dazu gewertet werden, das wir kein Schmetterlingsproblem haben, es ist dem Jahreswetter geschuldet. Es dient dazu, das wir uns freuen und weiter anstrengen. Es sind nicht nur die Blühpflanzen, es sind auch die Möglichkeiten der Überwinterung und Entwicklung zu schaffen.
In unseren Agrarlandschaften ist es ein Problem und wird es auch bleiben.
LG
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Re: Schmetterlingsjahr 2018 ? Eindrücke & Erfahrungen

Beitrag von CHX » Mi 22. Aug 2018, 21:47

Boloria hat geschrieben:Es flattern zwar unheimlich viele Weißlinge durch den Garten. Aber die Vielfalt ist mangelhaft. Unterschiedliche Arten sehe ich kaum, und wenn dann nur einzelne Falter, was sehr sehr schade ist.
Das würde ich so unterschreiben. Das Hauptproblem bei den Schmetterlingen ist die Verinselung geeigneter Lebensräume. Schmetterlinge fliegen in aller Regel keine weiteren Strecken, sodass eine Verinselung der Lebensräume schnell starke Auswirkungen auf die einzelnen Populationen und auf die genetische Vielfalt hat. Die daraus resultierende Aussterbeschuld wird also vermehrt angehäuft.
Wenn ich groß bin, werde ich eine richtige Signatur.

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Re: Schmetterlingsjahr 2018 ? Eindrücke & Erfahrungen

Beitrag von Simbienchen » Do 23. Aug 2018, 06:50

Seitdem ich die Insektenwiese und den Vorgarten neu angelegt habe, sehe ich auch mehr Schmetterlinge. Bestimmen konnte ich sie noch nicht alle. Bekannte Arten wie Kohlweißlinge (auch bei mir in Massen zu sehen), Bläulinge, Tagpfauenauge, Schwalbenschwanz, Zitronenfalter konnte ich natürlich direkt erkennen, es gibt aber auch viele kleine Falter. Leider flattern sie immer so schnell weg, wenn ich sie fotografieren möchte. Viele sind immer wieder mal vereinzelt zu sehen, aber sie sind da...

Insgesamt kann ich einen Mehr-Besuch dieses Jahr bei mir verbuchen ! *ja*
Zuletzt geändert von Simbienchen am Do 23. Aug 2018, 09:11, insgesamt 1-mal geändert.
Liebe Grüße aus dem Hortus roboris animi et pax *wink*

Flower-Power 2018...für den Anfang ein blütenreicher Einstieg und ich mach weiter!

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Re: Schmetterlingsjahr 2018 ? Eindrücke & Erfahrungen

Beitrag von Gartenphilosophin » Do 23. Aug 2018, 08:11

Simbienschen,

der Kleine Feuerfalter z.B. Den habe ich aber auch in Mengen hier.
Bild

CHX, es gibt Falter, die haben eine große Wanderwilligkeit, der C-FAlter ist so einer. Der fliegt von Afrika bis zu uns in den Norden, nur um seine Eier abzulegen.

Bei mir sind der C-Falter, der Admiral, der Kleine Fuchs und der Distelfalter nur vereinzelt vorbeigekommen, vom Schwalbenschwanz ganz zu schweigen.

Bei den Kleinen, also Wiesenvögelchen, Bläulinge, Kleine Ochsenaugen, da gab es immer viele von ihnen.
Es ist allerdings nur eine Inselbeobachtung, ich suche nicht draussen. Auch wenn mir auf meinen Ausritten sehr wohl im WAld auch Falter begegnet sind. Die wären mir immer aufgefallen.
Spannend ist nun das nächste Jahr.
LG
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