Wochenthema "Sandarium"

Hier könnt ihr alle Fragen stellen und Ideen zeigen, die Naturmodule wie z.B. Pyramiden, Totholzhaufen, Trockenmauern etc. zum Thema haben.
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Annika
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Wochenthema "Sandarium"

Beitrag von Annika » Di 25. Jul 2017, 07:27

Das neue Wochenthema in der FB-Gruppe ist also Sandarium, dass finde ich gut. Hab nämlich keins, aber großes Interesse daran.Okay, einen Sandhaufen haben wir schon im Garten, den befreie ich gerade vom Bewuchs, der ist nämlich schon ewig da. Hier hab ich mal über den Haufen geschrieben: KLICK

Und ihr? Wie sieht es bei euch in den Gärten aus? Geplant? Gebaut? ... Erzählt mal!
Markus Gastl im Buch 3-Zonen-Garten hat geschrieben:Sandhaufen sind ein weiteres wichtiges Gestaltungselement.
Sie sind in der Regel nur spärlich bewachsen und stellen für viele hochspezialisierte Insekten wichtige Brut- und Nistmöglichkeiten dar. Etliche Wildbienen und Grabwespen graben hier in den sich schnell erwärmenden und abtrocknenden Sand ihre Nester. .......
Der ökologische Wert eines Sandhaufens ist umso höher je größer der Haufen ist. Scheuen Sie also nicht vor den Gedanken zurück größere Mengen mit einem Lkw anliefern zu lassen.
Vielleicht haben Sie Glück und eine Eidechse oder Schlange legt ihre Eier in den Sand und lässt den Nachwuchs durch die Sonne ausbrüten.
Die Haufen sollen nach Errichtung nicht mehr betreten werden und soweit als möglich von Vegetation freigehalten werden.
Video von Markus:
https://www.facebook.com/markus.gastl/videos/1575046535868498/

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Re: Wochenthema "Sandarium"

Beitrag von Annika » Sa 29. Jul 2017, 08:37

Was muss man zum Anlegen eines Sandariums wissen? :ugeek:

Nun, eigentlich ist ein Sandarium eine sehr einfache Geschichte. ;)
Es ist gehäufter Sand, der langfristig nicht oder höchstens spärlich bewachsen sein darf.

Wichtig ist vor allem, was für Sand verwendet wird. Er muss im trockenen Zustand den Förmchentest bestehen. Das heißt, ein Sandkuchen darf nicht zerbröseln, wenn der Sand trocken ist. Spielsand fällt einem schnell ein, wenn man vom Förmchentest hört. Der ist aber im trockenen Zustand nicht formbar.
Ungeeigneter Sand kann aber auch selbst aufgebessert werden, indem man z.B. zerbröselten Lehm untermischt.

Der Standort für ein Sandarium sollte sonnig sein. Denn die Wärme, die der Sand speichert, ist u.a. genau das, was potentielle Bewohner anlockt. Außerdem sollte der Sand nach Regen immer möglichst schnell wieder abtrocknen.

Am künftigen Standort sollte der Boden ca. 15 cm abgetragen werden. (Abtrag kann in die Ertragszone wandern)

Dekorieren kann man ein Sandarium z.B. Steinen, Ästen oder alten Wurzeln. Ich hab da schon echt schöne Kombinationen von Hortusianern gesehen, die ihr Sandarium z.B. mit einer Steinpyramide oder einem mageren Kräuterbeet oder auch einer Sonnenfalle kombiniert haben. Das hat mir sehr gefallen.

Je größer das Sandarium, desto besser natürlich. Bei ausreichender Größe siedeln sich z.B. mit etwas Glück auch Eidechsen an. Aber auch kleinere Sandarien haben ihren Nutzen. Es gibt ja neben Eidechsen auch noch jede Menge kleiner Insekten, die im Sand leben. *biene*

Damit freilaufende Katzen das Sandarium nicht mit ihrem Klo verwechseln, kann man alte Brombeerzweige über das Sandarium legen. Es kann auch sinnvoll sein, den Sand nicht als eine Ebene auszubringen, sondern ein bisschen Hanglage zu schaffen. Oder man baut das Sandarium eben so klein, dass die Miezekatze da nicht reinpasst. :mrgreen:

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Re: Wochenthema "Sandarium"

Beitrag von Axel » Sa 29. Jul 2017, 14:38

Nach meinen neusten Erkentnissen durch das Video von Markus u.der Bauanleitung von oben würde ich es jetzt anders machen. :(
Zeige trotzdem mal was ich bisher gebaut habe.
Bei dem Unterbau habe ich die Grasnarbe entfernt,ca.5cm Schotter aufgefüllt u.dann Sand zu Hügeln aufgekippt. Ein Förmchentest habe ich nicht gemacht,vermute aber das er zu rieselig (Maurersand) ist.Vereinzelnd habe ich Sandnelken u. kleines Habichtskraut/ Mausohr-Habichtskraut als Stauden gepflanzt.Sehe aber zu das es nicht überhand nimmt u.immer Sandfreiflächen bleiben.
Beobachten konnte ich bisher Insekten/Spinnen oder auch Ameisenlöwen wie sie ihre Fangtrichter anlegten.
Nicht ideal das ganze,werde es aber so lassen u.lieber ein "richtiges Sandarium"angrenzend an meinem Schotter-Sonnenfänger Beet anlegen.
Bild
Hier sieht man rechts die 3 Sandhügel.( vom 02.2017)
Bild
So sah es 05.2017 aus.

*hortus*
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Re: Wochenthema "Sandarium"

Beitrag von Annika » Sa 29. Jul 2017, 20:50

Das sieht doch aber gar nicht so schlecht aus. Wenn mein Kind heute endlich mal den Weg ins Bett findet, poste ich noch Fotos von der Sandlandschaft der Binnendüne bei uns. Da wirst du Parallelen zu deinem jetzigem Sandarium sehen. Mich hat dein zweites Foto jedenfalls sofort an die Bilder erinnert. ;)

Was willst du denn anders machen bzw. warum willst du da nicht einfach nachbessern? Das klingt doch gar nicht so abwegig. Den Sand kannst du ja nachträglich noch etwas mischen, damit er besser angenommen wird.
Oder du integrierst irgendwelche dekorativen große, alte Kannen und Töpfe, halb vergraben und gefüllt mit dem optimalen Sand für Wildbienen oder wen auch immer du beherbergen magst. In solchen Gefäßen wäre der Sand ja sogar langfristig vor Regengüssen geschützt. Könnte vielleicht auch ein Vorteil sein... :?

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Re: Wochenthema "Sandarium"

Beitrag von Brunnladesch » Mo 31. Jul 2017, 09:53

Nachgereicht

Bild
Wochenthema Sandarium.
Manchmal spielt einem der Zufall in die Hände.
Das Kräuterbeet war niemals als Sandarium geplant, wurde aber auf Grund seiner Beschaffenheit von im Boden nistenden Wildbienen angenommen und ist deswegen eine Mischung aus Beet und Sandarium und Naturmodul.
Zufällig.
Ich hatte alten Spielsand mit Split und magerer Erde gemischt. Auch etwas Schotter vom Hof wurde miteingebracht. Als Drainage.
Aktuell wachsen dort Ysop, Salbei und Rosmarin und decken quasi gemeinsam mit der Bepflanzung der umgebenden Trockenmauer (Sedum und Sempervivum) und den Korbblütern den Tisch.
Offenbar war der Platz einfach attraktiv.
Identifizieren konnte ich sehr kleine, fast schwarze Erdbienen (Andrena minutula) und die gemeine Erdbienen (Andrena flavipes).
Natascha K.

Sei selbst der Wandel und nicht das Rädchen.

Links zur Hortus Brunnladesch Facebook-Seite und jetzt ganz neu, auch als Blog

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Re: Wochenthema "Sandarium"

Beitrag von Axel » Mo 31. Jul 2017, 11:06

@Annika

Gute Idee Gefäße mit passendem Substrat füllen u.integrieren bei gleichzeitigem Regenschutz! *applaus*
Mal sehen was ich noch habe oder organisieren kann.
Alles ummodeln will ich nicht unbedingt da dort sich schon etwas Sand-Vegetation ist.
Da ich sowieso noch weitere Magerflächen anlegen will lege ich direkt ein Sandarium mit passendem Substrat u.ohne Vegetation in praller Sonne an.
Meine "Rasenfläche"wird immer kleiner. :lol:

*hortus*
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