Wildvogelfütterung

Hier bitte alle Beiträge sammeln, die sich auf die gefiederten Gartenbesucher beziehen.

Moderator: Lisa Sting

Persönliches Wildtierfütterungsverhalten

nur im Winter
10
29%
auch im Herbst
5
14%
auch zur Brutsaison
3
9%
ganzjährig
14
40%
gar nicht
3
9%
 
Abstimmungen insgesamt: 35

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Annika
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Re: Wildvogelfütterung

Beitrag von Annika » Sa 26. Mai 2018, 11:08

CHX hat geschrieben:Ich gieße ungerne Wasser in den Wein, aber hier mal ein kritischer Bericht zur Vogelfütterung: Vogelfütterung - ein Impuls
Die Weinschorle hat jetzt aber geschmeckt. :mrgreen:

Ne, ernsthaft: Vielen Dank für diesen Beitrag!!! Ich finde es wichtig, in solchen Fällen Wasser in den Wein zu kippen. Die Sichtweise in dem Beitrag ist sehr interessant und sollte nicht unter den Tisch fallen, weil vielleicht gerade irgendeine Meinung im Trend ist oder man Auseinandersetzungen vermeiden will.

Ich persönlich kann mit dem Standpunkt im Beitrag ne Menge anfangen. Ich finde es sehr plausibel.
Im Laufe der letzten Monate hat sich bei mir eh der Wunsch geformt, dass das mit der Vogelfütterung irgendwie anders gehen muss, als mit Knödel und Fertigfuttermischungen.
Mein Ziel ist es, so viel wie geht in der Pufferzone unterzubringen, was den Vögeln später auch als Nahrung dienen kann (zB Hagebutten oder Sonnenblumen) und VORHER Insekten glücklich macht, so dass diese sich wieder vermehren und dann selbst wieder eine Nahrungsgrundlage für die Vögel bilden. Kreislauf der Natur...

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Brunnladesch
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Re: Wildvogelfütterung

Beitrag von Brunnladesch » Mo 6. Aug 2018, 18:25

Ich finde den Einwand berechtigt und vollkommen in Ordnung.
Hier ist aktuell viel Stress und deswegen bin ich dazu übergegangen zu sagen, dass es wichtiger ist, das wir als Familie satt werden.
Allerdings hungern die Vögel momentan bei mir ja eh nicht.
Sie plündern den Natterkopf und dergleichen und dürfen am Fallobsthaufen schauen, was ihnen zusagt.
Natascha K.

Sei selbst der Wandel und nicht das Rädchen.

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Vögel füttern

Beitrag von Ommertalhof » Fr 14. Dez 2018, 11:05

Damit man die Dimensionen versteht , in welchen Grössenordnungen zB. eine Blaumeise arbeiten muss: Um ein Junges grosszuziehen , braucht es etwa 1000 Raupen :-o

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Axel
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Re: Mäusebussard (Buteo buteo) im Hortus

Beitrag von Axel » Sa 15. Dez 2018, 09:57

Das wußte ich auch noch nicht das Greifvogelfütterung eine Genehmigung braucht. :-o
Hätte ich mir auch denken können,denn hier in Deutschland ist ja alles geregelt.
Zu meinen Nachbarn,die sind mittlerweile abgehärtet. ;-) Wir sind zwar die völligen Gegensätze aber jeder macht sein Ding.
Der eine hat gestern noch Rasen gemäht! :shock:

Ja Frank,über das "Problem" Vögel u.Insekten habe ich auch schon oft nachgedacht bzw.gelesen.Bin mir unsicher was richtig ist,denn
besonders jetzt im Winter sind schon mitunter Massen bei mir unterwegs.Sicherlich angezogen durch die Fütterung u.durch den Aufbau meines Hortus,
denn der liegt in einem aufgeräumten Industriegebiet,umgeben von Agrawüste,welche in erster Linie aus Mais u.Turbogras f.Biogasanlagen besteht.
Da haben die Vögel schnell raus wo es was zu holen gibt.
Klar durch die Ganzjaheresfütterung unterstütze ich auch die "noch Allerweltsarten"u.der Druck auf Insekten steigt noch mehr.
Es ist ein Teufelskreis.
Denke mittlerweile es ist besser die Fütterung im Frühjahr/Sommer einzustellen um somit vielleicht ein halbwegs Gleichgewicht zu schaffen.
Sehr nachdenklich hat mich dieses Jahr die wenigen Schmetterlinge gemacht.Kohlweisling u.Zitronenfaler waren viel da.Allerdings z.b.Tagpfauenauge,Bläulinge oder kleiner Fuchs im Vergleich zu Vorjahr kaum.

L.G.Axel
Auf Veränderung zu hoffen,ohne selbst etwas dafür zu tun,ist wie am Bahnhof zu stehen und auf ein Schiff zu warten!

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Re: Mäusebussard (Buteo buteo) im Hortus

Beitrag von Ommertalhof » Sa 15. Dez 2018, 11:17

Hallo Axel , ich denke der Mittelweg ist wie so oft der richtige . Allein schon der Gedanke des Hortus ist schon viel wert .
Und , wie ich oben geschrieben habe : wer Vögel füttern will , muss auch Insekten fördern , kann ja ein Leitspruch sein .
Im Laufe der Jahre , ob Fütterung oder nicht wird sich das Niveau von selber , allerdings auf einem ziemlich niedrigen Niveau einpendeln .
Denn so ein durchschnittlicher , erwachsener Vogel wird in freier Wildbahn etwa 5 Jahre alt , den kann man ganzjährig füttern , aber die Naturfütterung der Jungtiere bei Singvögeln ist ausschliesslich von Insekten abhängig . Dh. die Menge der Vögel wird zwangsläufig abnehmen , das Zufüttern führ nur zu einer Verzögerung . Deshalb pflanzt Bäume und Sträucher für Schmetterlingsraupen . *larve* *schmetterling*
Ideal sind Weißdorn , alle heimischen Weiden , besonders Salix caprea , Hainbuche , Schneeball , unbedingt hier Viburnum opulus und Schlehe .
Ausserdem sollte man Brachflächen fördern . Seit Jahren versuche ich in unserer Gemeinde zu verhindern , dass die letzten zusammenhängenden Brachflächen , nämlich die Wegesränder 3x im Jahr gemäht werden . Das wird ausschliesslich aus Ordnungswahn gemacht und ist ein Kampf gegen Windmühlen , aber an die 400m Wegesrand an unserem Hof trauen die sich nicht mehr ran .
Das sieht dann so aus ! Sehr zur Freude der vielen Wanderer die bei uns vorbei kommen .
DSCN1397.JPG
Grüsse vom Ommertalhof

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Re: Mäusebussard (Buteo buteo) im Hortus

Beitrag von tree12 » Sa 15. Dez 2018, 21:22

Zur Vogelfütterung möchte ich folgendes anmerken, wobei ich selbst schon seit Jahren die Ganzjahresfütterung praktiziere: Es gibt eigentlich keine "Allerweltsarten" mehr. Blaumeise, Kohlmeise, Haussperling? Alle sind mittlerweile gefährdet.

Ich konnte neulich eine aktuelle Podiumsdiskussion mit Prof. Berthold online verfolgen, dieser ist ja ständig bestrebt, sein Ziel "Jeder Gemeinde ihr Biotop" zu verfolgen, diese Biotope sollen nach Möglichkeit miteinander vernetzt werden. Er zeigte in dieser Diskussion auf, daß aktuell z. B. die Kohlmeise sehr stark im Bestand zurückgeht. Wenn wir sie nicht fördern, wird sie in zehn Jahren stramm auf die Rote Liste zumarschieren.

Sein Buch "Vögel füttern - aber richtig" sollte von jedem Gartenbesitzer gelesen werden, es ist auch in einer aktualisierten Auflage erschienen. Übrigens ist er ja schon längst im Ruhestand, setzt sich jedoch weiter unermüdlich für den Natur- und Vogelschutz ein. Ich finde ihn wunderbar bodenständig und seine Vorschläge sind oft sehr pragmatisch. Er kann sich lachend auf seinen dicken Bauch schlagen und sagen, alle Leute sollten eigentlich weniger essen und das eingesparte Geld in den Vogelschutz stecken.... ;-)

Die Amseln werden vom Usutu-Virus dahingerafft, die Grünfinken von den Trichonomaden. Alle Vogelarten leiden unter der Lebensraumzerstörung, am Insektenmangel, am Mangel von Samenständen, am Mangel von Wohnraum. Wenn wir sie nicht unterstützen, werden weitere Arten aussterben. Bestes Beispiel dafür ist der Star, Vogel des Jahres 2018, welcher - ohne Vorwarnstufe - gleich auf die Liste der besonders bedrohten Arten kam...

Bevor ich anfing, ganzjährig zu füttern, kamen ca. sechs Vogelarten in den Garten. Mittlerweile sind es 39, die Greifvögel nicht mit eingerechnet. Und da ich nur hochwertige Futtermittel anbiete, die auch auf sieben Stationen verteile, stellen sich immer mehr neue Vogelarten ein. Im Winter kommt sogar ein Trupp Goldammern an die Bodenfutterstelle - obwohl wir hier im Siedlungsbereich und so nah am Wald weit weg von Feldern und Äckern sind!!

Es ist klar, daß ich auch Insekten fördere, wo es nur geht, fast alle Samenstände bleiben bis zum Frühjahr stehen, Laub bleibt liegen, ich habe eine große Salweide im Garten, einige Obstbäume, Weißdorn, Hasel, Faulbaum, Pfaffenhütchen und vieles mehr. Bei uns werden auch keine Blattläuse mehr per Schmierseife vernichtet - wir warten einfach ab und Spatzen und Meisen haben sich des Problems schnell angenommen. Ebenso kommen schon lange keine Leimringe an den Obstbäumen mehr zum Einsatz, es ist nicht notwendig.

Man sollte das ganze Jahr über hochwertige, weich bleibende Meisenknödel anbieten - die Meisen verfüttern an etwas ältere Jungtiere gerne einen Mix aus Raupe und Fettfutter. So verhungert auch niemand. Meinen Staren - an die 60 Tiere - biete ich im Winter neben Haferflocken und Rosinen auch getrocknete Mehlwürmer an. Diese finden reißenden Absatz (sind leider auch teuer). Auch so kann man tierisches Eiweiß reichen.

Was die Schmetterlinge betrifft, so kann ich sagen, daß ich diesen Sommer bedeutend mehr Arten im Garten hatte als in den Jahren zuvor. Trotz der Vögel haben also viele Raupen überlebt. Ich bin eindeutig dafür, im Garten alles zu fördern, Insekten, heimische Pflanzen, Vögel, Kleinsäuger, Amphibien etc. Wir können nicht darauf hoffen, daß der jungen Generation auffällt, daß es irgendwann kaum noch Vögel gibt. Sie wird es nicht wahrnehmen. In unserer Siedlung haben wir noch relativ viele Vögel - das ist mein Eindruck. Dieser wurde aber von einer älteren Nachbarin relativiert: sie lebt seit 45 Jahren hier und als sie jung war, gab es geschätzt 40 % mehr Vögel...

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Re: Wildvogelfütterung

Beitrag von Simbienchen » Di 18. Dez 2018, 06:41

Ich kann die Empfehlung von @Ommertalhof in Bezug auf die Anpflanzung von dem wolligen Schneeball (Viburnum lantana) nur bestätigen *ja*

Ich habe zwei in der Pufferzone stehen, davon einen immergrünen wolligen Schneeball, dem ich auf jeden Fall bei einer Neupflanzung vorziehen würde. In jedem Winter sehe ich, wie die dicken Blätter ein Schutzdickicht bieten und die Vögel nur kurz an die Futterstelle herauskommen um sich etwas zu holen , um dann wieder darin zu verschwinden.... *ja*

Und im Sommer verstecken sich ebenfalls ganz viele Insekten darin....
Liebe Grüße aus dem Hortus roboris animi et pax *wink*

" Zweifle nie daran, dass eine kleine Gruppe engagierter Menschen die Welt verändern kann -tatsächlich ist dies die einzige Art und Weise, in der die Welt jemals verändert wurde! "

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Re: Wildvogelfütterung

Beitrag von tree12 » Di 18. Dez 2018, 08:26

Simbienchen hat geschrieben:
Di 18. Dez 2018, 06:41
Ich kann die Empfehlung von @Ommertalhof in Bezug auf die Anpflanzung von dem wolligen Schneeball (Viburnum lantana) nur bestätigen
Frank hat doch aber Viburnum opulus empfohlen und nicht Viburnum lantana. Diese einzigen beiden heimischen Schneebälle sind auch nicht wintergrün. Also hast Du irgendeine nichtheimische Sorte gepflanzt.

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Re: Wildvogelfütterung

Beitrag von Ommertalhof » Di 18. Dez 2018, 08:52

Hallo tree12 , der lanata ist eigentlich schon heimisch und halbimmergrün , kommt aber in Mittel und Norddeutschland ,natürlich, so gut wie nicht vor . Deshalb erwähne ich den nie . Der Opulus ist in der Tat viel unkomplizierter und versamt sich auch selbst . Das würde ein Lantana in "freier Wildbahn" hier nicht schaffen .Bei uns waren im Frühling /Sommer auch überdurchschnittlich viele Schmetterlinge , dafür im Herbst zur Astern- und Sedumblüte KEINE! :shock:
Und das bei uns . Zu der Jahreszeit flattern hier bis zu hundert Stück rum .
Das gibt mir sehr zu denken , da ja viele adulte Tiere überwintern und den Start für die nächste Generation geben .
Wie war denn die Schmetterlingsdichte bei Dir/Euch?
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Re: Wildvogelfütterung

Beitrag von Annika » Di 18. Dez 2018, 10:25

Hier wollen wir mal beim Thema Wildvogelfütterung bleiben. ;-)

Die Schneeball-Infos sind via Zitatfunktion in den Beitrag über den wolligen Schneeball übertragen worden. Bitte diskutiert das Thema Schneeball dann da, okay? :-) http://hortus-netzwerk.info/viewtopic.php?t=871

@tree12 Habe deine Antwort bezüglich der Schmetterlinge mal *verschoben* Steht jetzt hier http://hortus-netzwerk.info/viewtopic.php?f=36&t=1247

In dem Thread wurde sich schon mal über das Schmetterlingsjahr 2018 ausgetauscht.

LG

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