Wildbiene vs. Honigbiene

Hier geht es speziell um die Honigbiene (Apis).

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Wildbiene vs. Honigbiene

Beitrag von Annika » Di 20. Feb 2018, 06:17

Gestern bin ich andernorts bei einer Diskussion auf folgenden Link gestoßen und möchte den hier gerne mal teilen.
Ergänzungen und Meinungen? Immer her damit! ;-)

http://www.wildbienen.de/wbf-honb.htm

In dem Artikel geht es um folgende Fragestellungen:
„Haben Honigbienenpopulationen (von Imkern) einen negativen Einfluß auf Wildbienen oder andere nektarsaugende Insekten? Es ist ja immer so in aller Munde, daß die bestäubenden Insekten immer weniger Lebensräume finden (Monokulturen, zu wenig Blühendes...). Ich habe mich dann gefragt, ob die Honigbienen eines Bienenstocks so "aggressiv" sammeln könnten, dass sie somit auch noch den Lebensraum von Wildbienen nehmen? Also nicht den Lebensraum, sondern das Futter....

Ich bin sehr am Imkern interessiert, aber bevor ich mich anfange damit zu beschäftigen, hätte ich gerne diese Frage geklärt, weil ich nicht aus Honig-Lust auch noch die wenigen verbleibenden Wildbienen vertreiben will. :)“
„Wären die Wildbienen (+ andere Insekten) allein imstande, die "Bestäubungsleistung" zu erbringen, wie es die Honigbienen tun?“
„Betrifft das "Bienensterben" auch unsere Wildbienen?“
„Würde gerne zur Wiedereinbürgerung der aus Deutschland verdrängten ursprünglichen Unterart bzw. Nominatform beitragen. Welche Möglichkeiten gibt es da für mich?“
*biene* *biene* *biene*

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Re: Wildbiene vs. Honigbiene

Beitrag von Simbienchen » Fr 23. Feb 2018, 09:38

Ein sehr interessanter Link zu diesem Thema! Woher stammt er ursprünglich, weißt du das, Annika ? Das würde mich sehr interessieren, weil dort auch davon gesprochen wurde, dass unsere einheimische dunkle Honigbiene Apis mellifera mellifera wieder von einigen Imkern gehalten werden:

"Die Völker der an unser mitteleuropäisches Klima angepaßten Dunklen Honigbiene (Apis mellifera mellifera) sind kleiner, robuster und selbständig überlebensfähig. Sie werden aus Gründen des Artenschutzes wieder von einigen Imkern gehalten und kommen nur in wenigen abgelegenen Gebieten wieder wild vor, nachdem sie dort angesiedelt wurden."

Unsere hiesigen Imker erzählten mir auf mein Nachfragen, dass es die Apis mellifera melifera in ihrer ursprünglichen Art gar nicht mehr gäbe. Ein reines Bienenvolk unserer ehemaligen dunklen Biene zu bekommen, wäre also ein Hauptgewinn ! Also diese Quelle wüsste ich nur zu gerne...:-)
Liebe Grüße aus dem Hortus roboris animi et pax *wink*

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Re: Wildbiene vs. Honigbiene

Beitrag von Simbienchen » Fr 23. Feb 2018, 09:42

Interessant fand ich auch diese Aussage :

" Der Gesetzgeber schützt nicht nur Bienenarten, sondern jede einzelne Biene und jede ihrer Niststätten. Schutzmaßnahmen für Nester bzw. Nestansammlungen und Nahrungspflanzen dürfen folglich nicht unterbleiben mit der Begründung, vor Ort sei noch keine Bienenart gefährdet."

Wirklich? Wo schützt unser Gesetzgeber denn unsere Wildbienen und ihre Niststätten ?..
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Re: Wildbiene vs. Honigbiene

Beitrag von Annika » Fr 23. Feb 2018, 12:17

Den Link bzw. diese Fragestellung gab es neulich in der Wildbienen-Gruppe auf FB.

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Re: Wildbiene vs. Honigbiene

Beitrag von Simbienchen » Fr 23. Feb 2018, 13:18

Sehr schade, ich bin nicht auf FB ! Hätte diese Diskussion gerne mitverfolgt !
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Re: Wildbiene vs. Honigbiene

Beitrag von Annika » Fr 23. Feb 2018, 14:00

Ne, hättest du nicht gerne.... Ich fand die Diskussion an sich ziemlich daneben. Außer diesen einen Link. Der war sachlich informativ.

FB-Diskussionen lohnen selten... Meine Meinung. Das entgleist schnell und es wird auch viel weniger nachgedacht und reflektiert, als wenn man zB in einem Forum postet. Ist jedenfalls mein Eindruck.
Deshalb bin ich auch froh, dass wir diesen virtuellen Treffpunkt hier haben. Hier ist bis jetzt noch nichts entgleist....

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Unterforum Honigbienen ist da!

Beitrag von tree12 » Mo 7. Jan 2019, 11:46

Honigbienen liegen ja derzeit voll im Trend.... Man sollte aber auch bedenken, daß diese vielen, vielen Völker Nahrungskonkurrenten unserer Wildbienen sind.... Wobei die Nahrungsknappheit natürlich durch den Menschen erst verursacht worden ist. Wenn wir immer mehr Honigbienen anschaffen, werden noch mehr Wildbienenarten in Bedrängnis geraten und vermutlich aussterben.

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Re: Unterforum Honigbienen ist da!

Beitrag von Simbienchen » Mo 7. Jan 2019, 11:55

@tree12 Könntest du da diffenzierter werden? Welche Wildbienenarten durch die Nahrungskonkurrenten "Honigbiene" in Bedrängnis geraten können ? Hast du da irgendwelche Informationen zu, die schon wissenschaftlich gestützt sind?

Für mich ist das auch ein wichtiges Thema und ich suche in diesem Bereich nach Forschungsergebnissen und Berichten. Leider bin ich noch nicht sehr fündig geworden...
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Re: Unterforum Honigbienen ist da!

Beitrag von tree12 » Mo 7. Jan 2019, 11:59

Ich denke mal, daß alle Wildbienenarten betroffen sind, die Spezialisten noch viel mehr als die Generalisten. Ich habe was drüber gelesen, das ist jedoch schon länger her.

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Re: Wildbiene vs. Honigbiene

Beitrag von Simbienchen » Mo 7. Jan 2019, 12:25

@tree12 Es können aber nicht alle Wildbienenarten betroffen sein, weil viele davon viel zu spezialisiert sind und Pflanzen benötigen, die die Honigbienen gar nicht anfliegen. Da muss man schon sehr differenziert beobachten!
Ich finde da sollte man aufpassen, dass man der Honigbiene da nicht mit Verallgemeinerungen Unrecht tut.

Die Honigbiene ist blütenstet, dass heißt dass sie so lange nur auf die Blüten geht, die in der Masse da sind...einzelne Blüten in Alleinstellung fliegt sie gar nicht erst an.


Was mir bekannt ist, "dass sich Wildbienen und Honigbienen ergänzen und erhöhen somit die Widerstandsfähigkeit eines Agrarökosystems gegen Störungen von außen. Daher ist die Betrachtung der Wildbienen und Honigbienen als miteinander im Wettbewerb stehende Konkurrenten grundsätzlich wenig zielführend. Die Raum- und Zeitmuster des Sammel- und Aktivitätsverhaltens vieler Wildbienen unterscheiden sich von denen der Honigbienen, sodass einen gesicherte Bestäubung nur durch das Zusammenwirken beider garantiert ist." Man muss sich mal die Nektarzeiten der Trachtpflanzen ansehen und dann auch beachten, dass die Wildbienen auf die Bestäubung der Wildblumen spezialisiert sind, dann erklärt sich einiges.
"Die substantielle Frage, ob und inwiefern die Honigbiene Wildbienenarten verdrängen könnte, wurde in der Mehrzahl der bekannten Studien nicht untersucht.
Untersuchungen zur Konkurrenz zwischen Honigbienen und verschiedenen ologolektischen Solitärbienen (diese sammeln Pollen nur von einer Pflanzenfamilie) zeigten jedoch, dass Solitärbienen kaum beeinträchtigt werden..."
(Siehe Bericht in Bienen&Umwelt 08/2018 Auszug aus Bericht Fr.Dr. Martina Meixner für die AG der Institute für Bienenforschung e.V.)
Zuletzt geändert von Simbienchen am Di 8. Jan 2019, 23:09, insgesamt 1-mal geändert.
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