Weiki

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Weiki

Beitrag von maleficum » Mo 1. Okt 2018, 16:39

Die Weiki, auch unter Bayern-Kiwi bekannt, ist eine zweihäusige Sorte der Actinidia arguta (Scharfzähniger Strahlengriffel).

Gezüchtet wurde die Weiki von Herrmann Schimmelpfeng am Lehrstuhl für Obstbau des Wissenschaftszentrums Weihenstephan der TUM, woraus sich auch die Vorsilbe ihres Namens "Wei" ableiten lässt. Die Nachsilbe "ki" stammt von der Kiwi, da sie ein ähnliches Aroma besitzt.

Besonders hervorzuheben ist die Winterhärte der Weiki, die bis zu −30 °C reicht. Neben ihrer hohen Kältetoleranz zeichnet sich die Weiki auch dadurch aus, dass sie keine natürlichen Feinde in den europäischen Breiten besitzt. Geerntet werden die ovalen rot-grünen Früchte an den weiblichen Pflanzen im Oktober, wobei eine Pflanze bis zu 30 kg Ertrag liefern kann. Das Fruchtfleisch der Weiki ist grün und ihr Geschmack kiwiartig. Man muss die Weiki nicht schälen und kann die Schale direkt mitverzehren.
Die Weiki besitzt einen hohen Vitamin-C-Gehalt (1819 mg/kg), der in etwa dem dreifachen einer Zitrone entspricht, außerdem enthält sie auch sehr viel Actinidin, welches vor allem für die Augengesundheit zuträglich ist.

Mehr als 70 Aromastoffe tragen zum Aroma der Weiki bei, wohingegen die ursprüngliche Kiwi (Actinidia deliciosa) nur etwa 15 Aromverbindungen vorweist. Außer dem Direktverzehr eignet sich die Weiki auch sehr gut als Marmeladenfrucht. Auch die Weiterverarbeitung zu Saft und Dessertwein ist möglich.
Text aus Wiki
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Re: Weiki

Beitrag von GmiasObstTierla » Sa 1. Dez 2018, 15:35

Sehr schönes und leckeres Obst, von dem ich heute zum Frühstück auch welches hatte. Winterhärte ist bei denen aber etwas komplexer zu sehen, man kann das nicht in einer Zahl festmachen. Selbst wenn sie winterhart sind und nach einem kalten Winter im April dann austreiben und es kommt noch ein Spätfrost, dann stirbt der komplette Austrieb ab inklusive Blüten. Dann gibt es keinen Ertrag mehr in diesem Jahr und die Pflanze ist sichtlich geschwächt den Rest des Jahres. Ist mir die letzten beiden Jahre passiert, dieses Jahr hat es geklappt und ich durfte reichlich ernten.

Geschmack ist nach Kiwi eben, aber süßer als die großfrüchtigen. Man kann sie eigentlich nicht nicht mögen *hurra*

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Re: Weiki

Beitrag von KatharinaKagermeier » Sa 1. Dez 2018, 16:52

Die hab ich auch schon überlegt an unserer Scheune hoch wachsen zu lassen. Sieht so aus, als bräuchte sie ziemlich viel Platz und ein stabiles Rankgerüst oder kann man sie auch als Säule ziehen? Sie müsste sich den Platz mit anderen Spalierbäumen teilen.
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Re: Weiki

Beitrag von GmiasObstTierla » Sa 1. Dez 2018, 21:35

Die kann man eigentlich nur mit Rankgerüst ziehen. Ich habe vier Pflanzen an einem Drahtgerüst mit drei waagrechten Trieben (30/60/90 cm hoch). Das Gestell ist etwa 9m lang, also gute 2m Platz je Beerenkiwi - und das ist die untere Grenze und eher knapp bemessen mit dem Platz. Alle Kiwisorten sind Schlingpflanzen, die einen Spalierdraht etc. umwickeln und nicht dur daran gerade entlangwachsen. Ich wollte sie zuerst in einen Maschendrahtzaun einflechten, aber das macht ein schwer pflegbares Gewirr, das man nicht oder nur mit viel Aufwand schneiden oder beernten kann. Daher habe ich nachträglich noch das Spalier gebaut.

Bei mir ist das Spalier entlang der Grundstücksgrenze mit nur 50cm Abstand, da darf es auch nicht wirklich höher sein wegen Nachbarschaftsrecht. Man kann die "Leitäste" sicher auch viel mehr in die Höhe ziehen, aber 6-7m Leitast je Pflanze sind Untergrenze. An den Leitästen kommen übrigens jeden Sommer lange Peitschentriebe, die man auf 5-6 Augen einkürzen muss. Im Jahr darauf kommen an den Stummeln kleine Fruchttriebe mit Blüten und Früchten wenn es keine Spätfröste hat.

Nicht vergessen: Auch die kleinen Kiwis (Actinidia arguta) sind zweihäusig, es gibt also nur rein männliche und rein weibliche Blüten. Ich hatte 3 weibliche und eine männliche gekauft, aber es waren alles Weibchen (vermutlich Kens Red, zweimal Weiki und einmal Julia). Glücklicherweise ist von meinen großfrüchtigen Kiwi (Actinidia deliciosa/chinensis) ein Weibchen doch ein Männchen und hat die vier Mädels befruchtet. Ich hasse die Sortenlotterie, man braucht 3-5 Jahre um das herauszufinden, die blühen nicht früher! Keine Ahnung ob man Kiwis per Okulation umveredeln kann um das Geschlecht zu ändern, aber mit viel Pech muss ich das an den großfrüchtigen noch herausfinden.

Achso: Die Kiwis gefallen mir in der Blüte sehr gut und den Insekten auch! Da sie später als Äpfel blühen, funktioniert die Bestäubung sehr gut. Das Bienen- / Hummelgebrumm auf Männchen und Weibchen ist beeindruckend laut und kann problemlos mit Apfelhochstämmen mithalten!

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