Insektensterben: Auch häufige Arten werden selten

Alle Fragen, Antworten, Beobachtungen und Erfahrungen zu den Tieren, die in einem Hortus leben können, finden hier Platz.

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Annika
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Insektensterben: Auch häufige Arten werden selten

Beitrag von Annika » Mi 7. Mär 2018, 12:20

Es geht nicht mehr nur darum, einzelne Spezialisten im Überlebenskampf zu unterstützen. Traurige Erkenntnis: Auch die an sich häufigen Arten leiden Not:
Insekten werden immer weniger – in einigen Regionen wurde ein dramatischer Rückgang von bis zu 75 Prozent in den letzten Jahrzehnten nachgewiesen. „Bisher sind wir davon ausgegangen, dass besonders die Spezialisten unter den Insekten, also Tier die auf einen besonderen Lebensraum angewiesen sind, vom Artensterben bedroht sind“, erklärt Prof. Dr. Thomas Schmitt, Direktor des Senckenberg Deutsches Entomologisches Institut in Müncheberg und fährt fort: „In unserer aktuellen Studie zeigen wir, dass auch sogenannten ‚Allerweltsarten’ in Zukunft massiv gefährdet sind.“

Das Wissenschaftlerteam legt in seiner Studie dar, dass Arten mit geringen Ansprüchen an ihr Habitat auf den Austausch zwischen verschiedenen Populationen angewiesen sind. „Unsere Untersuchungen machen deutlich, dass weit verbreitete Arten einen merklich vielfältigeren innerartlichen Genpool haben, als Arten, die sich auf einen speziellen Lebensraum angepasst haben“, erläutert Dr. Jan Christian Habel von der TU München und fährt fort: „Haben die Tiere – aufgrund von Verinselung ihrer Lebensräume – nicht mehr die Möglichkeit diese genetische Vielfalt durch Austausch aufrecht zu erhalten, wird ihnen zukünftig die Anpassungsfähigkeit an veränderte Umweltbedingungen fehlen.“
Die Insektenforscher aus München und Müncheberg sprechen hier von einer „zeitlichen Verschiebung potentieller Ursachen des Artenrückgangs“: Anfänglich sind besonders die auf ein bestimmtes Ökosystem spezialisierten Insekten, wie beispielsweise die Schmetterlingsart Roter Apollo (Parnassius apollo) durch den Verlust von qualitativ wertvollen Lebensraum bedroht. Mit zunehmender Zeit und weiterer Verschlechterung der Lebensräume sowie des Zusammenbruchs von Habitatnetzwerken nimmt die Gefährdung für weit verbreitete, „anspruchslose“ Arten zu, wie zum Beispiel den Perlgrasfalter (Coenonympha arcania).
Den ganzen Artikel findet ihr hier: https://idw-online.de/de/news688484

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Re: Insektensterben: Auch häufige Arten werden selten

Beitrag von Simbienchen » Mi 7. Mär 2018, 13:28

Auweh...auweh. ..mich macht das so traurig...!
Liebe Grüße aus dem Hortus roboris animi et pax *wink*

Flower-Power 2018...für den Anfang ein blütenreicher Einstieg und ich mach weiter!

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Axel
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Re: Insektensterben: Auch häufige Arten werden selten

Beitrag von Axel » Fr 9. Mär 2018, 09:05

Bei mir waren gestern die ersten Wildbienen unterwegs.Einige Krokusse lassen zwar durch den Frost die Köpfe hängen
aber viele sind noch da bzw.in den Startlöchern.

Nur,fahre ich durch mein Wohnumfeld,da blüht so gut wie garnichts.Alles aufgeräumt,selbst Weidenhecken wurden massiv auf Stock gesetzt.
Auch da steht kein Weidekätzchen mehr als Pollenlieferant zu Verfügung.Bald werden wieder die Gartencenter gestürmt u.es wird völlig
nutzloser Krams f.Insekten eingekauft.Es ist eine Katastrophe denn sie finden einfach flächendeckend keine Nahrung mehr! :(
Und der Rest der noch da ist leidet unter Giftduschen.Ich bin oft sehr traurig mit ansehen zu müssen wie die Natur mit Füße getreten wird.

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Auf Veränderung zu hoffen,ohne selbst etwas dafür zu tun,ist wie am Bahnhof zu stehen und auf ein Schiff zu warten!

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Re: Insektensterben: Auch häufige Arten werden selten

Beitrag von Gartenphilosophin » Fr 9. Mär 2018, 09:32

Wir können nichts anderes tun, als zu klappern, zu werben und unsere Gärten so schön zu gestalten, das andere sich angesprochen fühlen und das auch haben wollen.

Aufklären und am Ball bleiben!
LG
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Re: Insektensterben: Auch häufige Arten werden selten

Beitrag von maleficum » Fr 9. Mär 2018, 16:39

Axel hat geschrieben:Bei mir waren gestern die ersten Wildbienen unterwegs.Einige Krokusse lassen zwar durch den Frost die Köpfe hängen
aber viele sind noch da bzw.in den Startlöchern.

Nur,fahre ich durch mein Wohnumfeld,da blüht so gut wie garnichts.Alles aufgeräumt,selbst Weidenhecken wurden massiv auf Stock gesetzt.
Auch da steht kein Weidekätzchen mehr als Pollenlieferant zu Verfügung.Bald werden wieder die Gartencenter gestürmt u.es wird völlig
nutzloser Krams f.Insekten eingekauft.Es ist eine Katastrophe denn sie finden einfach flächendeckend keine Nahrung mehr! :(
Und der Rest der noch da ist leidet unter Giftduschen.Ich bin oft sehr traurig mit ansehen zu müssen wie die Natur mit Füße getreten wird.

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Weil die Leute keine Ahnung haben, deswegen

wenn du nur jeden Tag einen im Gartencenter triffst, der gutes für Bienen tun will, dann ist es schon einer mehr
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Re: Insektensterben: Auch häufige Arten werden selten

Beitrag von Axel » Sa 10. Mär 2018, 08:14

@Gisa,

ja,stetger Tropfen höhlt den Stein.Mache z.Zt.ein Magerbeet direkt an der Hauswand zur viel befahrenen Straße an meinem Gebäude.
In der Hoffnung damit Anregung f.Vorbeifahrende zu schaffen.
Ein befreundetes Ehepaar aus einem Wohngebiet habe ich Bücher von R.Witt geliehen.Nun machen sie auch was.Beete gut aufgebaut
u.die Einsaat erfolgt mit heimischen Blühpflanzen.Unterstütze sie dabei so gut es geht.Kleine Schritte,aber ein Anfang,der hoffentlich Kreise zieht.
Auf Veränderung zu hoffen,ohne selbst etwas dafür zu tun,ist wie am Bahnhof zu stehen und auf ein Schiff zu warten!

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Re: Insektensterben: Auch häufige Arten werden selten

Beitrag von Gartenphilosophin » Sa 10. Mär 2018, 08:43

Das ist mein Beitrag, der im Moment gut angenommen wird.

http://gartenphilosophie.org/blog-post/ ... nband.html

Wir machen weiter. Leider wird ja auch die "Verinselung" kritisch gesehen, wir können aber nur aus vielen Inseln ein Band schaffen. Insofern, jede Insel zählt
LG
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Re: Insektensterben: Auch häufige Arten werden selten

Beitrag von Sandra » Sa 10. Mär 2018, 20:34

Genau, jede Insel zählt!
Jedes Gespräch kann Früchte tragen.
Jede noch so kleine Blume die sinnvoll ist, ist eine Schritt in die richtige Richtung.

So erschreckend die Lage ist und egal wie verwirrt wir über die Gleichgültigkeit der meisten Menschen wir sein mögen.
Sollten wir uns, meiner Meinung nach, auf die Schritte in die richtige Richtung konzentrieren.
Nicht vergessen uns über jeden Fortschritt zu freuen, Kraft aus dem Hortus Netzwerk zu ziehen.
Überzeugender ist jeder einzelne von uns sicherlich wenn wir voller Begeisterung, Zuversicht und Liebe für die Sache brennen,
als wenn wir verzagt vor uns hin nörgeln.
*biene*

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Re: Insektensterben: Auch häufige Arten werden selten

Beitrag von Simbienchen » So 11. Mär 2018, 13:43

Sandra hat geschrieben:Genau, jede Insel zählt!
Jedes Gespräch kann Früchte tragen.
Jede noch so kleine Blume die sinnvoll ist, ist eine Schritt in die richtige Richtung.
*biene*
Das ist mir gestern auch wieder bewusst geworden! Ich hatte gestern meinen Einführungskurs für wesensgemäßes Imkern und habe es nicht versäumt mehrmals von unserem Forum zu erzählen! Zu meiner Freude lagen dort schon Flyer , die dann auch am Ende des Kurses in die eine oder andere Tasche wanderten. Vielleicht konnte ich somit bei jemanden das Interesse wecken.
Liebe Grüße aus dem Hortus roboris animi et pax *wink*

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Re: Insektensterben: Auch häufige Arten werden selten

Beitrag von maleficum » Mo 12. Mär 2018, 05:11

Simone
du bekommst ein
Gutkärtchen :)
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