Bodenübersichtskarte von Deutschland

.... alles was die Hotspotzone betrifft, bitte hier her!
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Annika
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Bodenübersichtskarte von Deutschland

Beitrag von Annika » Mo 19. Feb 2018, 06:40

Marco hatte gestern eine Verbreitungskarte von Blühpflanzen unter Linktipps gepostet. Das fand ich richtig gut und habe dann mal nach Verbreitungskarten für meine Region (Prignitz) gesucht. Noch bin ich da nicht fündig geworden.

Dafür habe ich aber eine Karte entdeckt, wo die Böden von Deutschland eingezeichnet sind. Die fand ich jetzt richtig gut, um sich bezüglich eines eigenen Hotspots zu informieren.
Ich denke, dass man da eben auch regionale Unterschiede machen MUSS und nicht jeder Hotspot gleich sein kann. Ein alpines Beet an der Nordseeküste macht wohl eher wenig Sinn.

Oder wie seht ihr das?

Hier ist der Link zur Karte: https://www.bgr.bund.de/DE/Themen/Boden ... onFile&v=4

Leider etwas klein, aber man kann ja ranzoomen...

Ich werde mich da die nächsten Tage jedenfalls mal näher mit auseinandersetzen.

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Re: Bodenübersichtskarte von Deutschland

Beitrag von Marco » Mo 19. Feb 2018, 09:49

Hallo Annika,

Ich glaube dass es schon Sinn macht nachdem zu schauen was schon Gebietsheimisch ist. Über FloraWeb kannst du zumindest mal anhand der Karte schauen in welchen Teilen Deutschlnds die jeweilige Pflanze zu Hause ist.

Hier als Beispiel der Wiesen-Salbei

Bild
*frosch* *frosch* Liebe Grüße aus dem hortus lacerta agilis *frosch* *frosch*

Marco

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Re: Bodenübersichtskarte von Deutschland

Beitrag von Annika » Mi 21. Feb 2018, 08:46

Die Pflanzenauswahl sollte auf jeden Fall auch regional betrachtet werden. Da bin ich ganz deiner Meinung.

Ich wollte mit der Karte eher auf die Bodenverhältnisse raus bzw. den Aufbau des Bodens für einen Hotspot. Es kommen oft Diskussionen auf, ob ein Hotspot immer nur ein pupstrockenes Magerbeet sein kann.
Ich denke das man schon dabei regionale Unterschiede machen müsste. Bei uns ist der Boden zB sehr feucht, lehmig, sandig, kühl (erwärmt sich sehr langsam) und das war hier nie anders. Die Landschaft ist so.
Bis auf eine Binnendüne, die hier ganz in der Nähe ist (6km), die hab ich hier auch mal vorgestellt. Wer mag kann im Forum nach Binnendüne suchen. ;-)
Also ich sehe das schon, dass auf den trockenen Wiesen an der Düne absolut vielfältig blüht. Und es ist auch bunter, als an naturbelassenen Uferstellen an der Elbe. Aber ist das Elbufer deshalb weniger nützlich?

Wenn dann der Aufbau des eigenen Hotspots entsprechend an die Region angepasst wird, sind es im zweiten Schritt auch bei jedem andere Pflanzen Sinn machen würden. Oder?

Ach, ich bin mir halt gerade nicht so sicher, wie wir hier etwas auf die Beine stellen, was dann den Namen "Hotspot" zurecht trägt.

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Re: Bodenübersichtskarte von Deutschland

Beitrag von Simbienchen » Mi 21. Feb 2018, 09:51

Ich finde das ist auch eine sinnvolle Überlegung, Annika ! Ich hab auch letztens überlegt, was denn hier genau alles heimisch an unserem Standort ist und was überhaupt sinnvoll für einen Hotspot ist...
Liebe Grüße aus dem Hortus roboris animi et pax *wink*

Flower-Power 2018...für den Anfang ein blütenreicher Einstieg und ich mach weiter!

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Re: Bodenübersichtskarte von Deutschland

Beitrag von Marco » Mi 21. Feb 2018, 10:48

Die freie Landschaft ist halt nicht der Garten, ich sehe z.b. In meinem Garten dass ich allein schon verschiedene Arten von Böden habe innerhalb meines Gartens einmal wenig Lehm und nur Erde einmal viele Steine dazwischen also eher durchlässig, zwei Grundstücke weiter kann der Boden schon ganz anders aussehen. Da glaub ich ist es schwer von der Karte auf den Boden in seinem Hortus zu schließen, da es auf kleiner Fläche doch wieder sehr individuell ist. Man sollte halt schauen was für einen Boden habe ich vor Ort und was kann ich damit machen.

Wenn ich z.b. eine feuchte Wiese vor Ort habe halte ich es auch für weniger sinvoll auf Biegen und Brechen einen Steingarten drauf zu setzen. sondern da kann man ja den vorhanden Boden nutzen für Pflanzen die Feuchtigkeit mögen und mit nassen Füßen gut zurecht kommen. Ein Sumpfbeet kann ja auch ein Hotspot sein.

Wobei einem auf mageren Flächen immer die größte Anzahl an Pflanzen und somit die größte Artenvielfalt zur Verfügung steht.

Mit jedem Bereich den wir verändern im Garten „zerstören“ wir auch einen vorhanden Lebensraum, aber im gleichen Zug erhöht man ja auch die Artenvielfalt durch einen neuen Lebnsraum, die erreicht man eben durch einen mageren Hotspot auf Dauer am zuverlässigsten da er auch nicht so schnell von anderen Arten wieder überwuchert wird, da der Konkurrenzdruck von außen auf diesen Flächen nicht so hoch ist.

jeder Lebensraum den wir erschaffen ist ja künstlich, und so viele verschieden Pflanzen würden wir in freien Natur auf so kleiner Fläche auch eher selten finden. Aber darauf zu achten was schon vorhanden ist welche Pflanzen schon im Garten wachsen und welche Art von Boden vorliegt macht natürlich Sinn.
*frosch* *frosch* Liebe Grüße aus dem hortus lacerta agilis *frosch* *frosch*

Marco

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Re: Bodenübersichtskarte von Deutschland

Beitrag von Brunnladesch » Mi 21. Feb 2018, 14:28

Rieger-Hofmann verkauft übrigens Regionalmischungen. Also passend zum Ort, wo man wohnt.
Natascha K.

Sei selbst der Wandel und nicht das Rädchen.

Links zur Hortus Brunnladesch Facebook-Seite und jetzt ganz neu, auch als Blog

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Re: Bodenübersichtskarte von Deutschland

Beitrag von GmiasObstTierla » Mi 21. Feb 2018, 19:22

Bei meinem schweren Tonboden auf einer Endmoräne hatte ich die Frage letztes Frühjahr auch schon. Hab mich dann für eine Dreifachlösung als Hotspot entschieden und während dem letzten Jahr umgesetzt:
- Ein Magerbeet an einer Stelle, an der aus bautechnischen Gründen (drückendes Hangwasser) eh schon Wandkies drunter musste. Die 25cm Oberboden auf dem Wandkies waren das halbe Jahr eh knochentrocken und schwer zu bepflanzen, das war eh eine doofe Hortus-Basis. Irgendwie schon doof, das Zeugs für den Bodentausch durch die Gegend zu karren, aber hier für 22qm Fläche war es für mich OK. Und ohne Bagger mit Spaten fühlt man Fläche auch viel besser und will das nicht großflächig.
- Ein Sumpfgraben wie man ihn im Umkreis auf den Entwässerungsgräben der Feldern überall sehen kann: Mädesüß, Blutweiderich, Wasserdost und etwas freier hinzugefügt Iris und Eibisch. Wenn ich schon buddel für die Folie (musste leider sein), dann kann ich wenigstens das ausgebuddelte Zeug größtenteils wieder reinkippen.
- Eine Fettwiese für den optisch besseren Übergang zum Rest des Gartens. Nur Rasen abstechen und Sand einarbeiten war auch nur ein Wochenende Arbeit.

Danke für den Hinweis mit Floraweb, so detailliert ist die Kartenaufbereitung echt genial.

So, und jetzt warte ich noch auf das Ergebnis der Sä- und Pflanzarbeiten, aber der Frühling will nicht kommen. Hatte aber auf der frischen Magerwiesenansaat schon zwei Schwalbenschwanzraupen auf wilder Möhre, die durfte die Patentochter bereits streicheln und in der Hand halten - eine Bestärkung, dass die Idee gut war.

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Re: Bodenübersichtskarte von Deutschland

Beitrag von Martin » Mi 21. Feb 2018, 19:39

Wie regional ist das denn? Eine Mischung für eine ganze Region halte ich für unmöglich, weil z.B. bei uns die Landschaft sehr vielfältig ist und die Böden oder das Wetter sich sehr unterscheiden. In meinem Garten ist der Untergrund erst mal Lehm, darunter dürfte Sandstein sein, der 200 m weiter am Fluß auch offen zutage tritt. Am Talhang ist Knollenmergel zu finden, darüber bildet schwarzer, brauner und weißer Jura den Untergrund. Unser Tal ist in Ost-West-Richtung ausgerichtet, da blasen die Winde fröhlich durch, während die Seitentäler meist in Nord-Süd-Richtung liegen und geschützter sind.
Ich sehe es auch derzeit beim Blick auf den Talhang. Die Talsohle liegt auf etwa 300 Höhenmetern, die Hochfläche darüber bei etwa 430. Unten liegt derzeit kein Schnee, den Hang hoch sind die Bäume weiß. Und diesen winterlich bedingt auffälligen Höhenunterschied sehen wir jeden Winter mehrmals.
Zumindest für meine Region kann ich mir eine pauschale Regionalmischung also nicht vorstellen.

Liebe Grüße,

Martin
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Re: Bodenübersichtskarte von Deutschland

Beitrag von GmiasObstTierla » Mi 21. Feb 2018, 20:54

Da ghet es nur um die Ursprungsräume, in denen das Saatgut gewonnen / vermehrt wurde:
https://www.rieger-hofmann.de/fileadmin ... 4_2017.png
Wenn ein Wiesensalbei sich in BaWü ein wenig anders in der freien Natur entwickelt hat über Selektion als beispielweise in MeckPomm, dann mixt man das mit Aussäen (speziell in die freie Wildbahn) vom MeckPomm-Saatgut in BaWue sonst falsch in die freie Wildbahn und macht die regionalen Eigenarten kaputt - so der Gedanke dahinter. Das ist in der Zwischenzeit für Aussaaten in freier Wildahn so vorgeschreiben im BNatschG.

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Re: Bodenübersichtskarte von Deutschland

Beitrag von Annika » Fr 23. Feb 2018, 06:53

Danke für die spannenden und ausführlichen Antworten an dieser Stelle. Wir brauchen definitiv noch mehr Hotspotbeispiele für verschiedene Böden hier im Forum. Also, wer sich dazu berufen fühlt: Immer her mit Bild & Wort... *ja*

Ich glaube, dass es dem Netzwerk an sich gut tun würde, wenn es offensichtlich wird, dass es nicht nur eine Hotspotart gibt. Das Netzwerk und der Hortusgedanke verbreiten sich, doch mir fällt immer wieder auf, dass sich viele an der "Pflicht zu Magerstandorten" stoßen.

Im Laufe meiner Zeit hier im Netzwerk habe ich nach und nach auch mitbekommen, dass es auch anders gehen kann. Aber trotz allem auch das Gefühl behalten, dass "mager" unumgänglich ist.
Auch nach dem Lesen vom 3-Zonen-Garten-Buch ist schon irgendwie das Gefühl da, dass es nur ein echter Hortus werden kann, wenn ich nicht-mageren Boden aus meinem Garten entferne, wenn er nicht mehr in der Ertragszone untergebracht werden kann.

Ich halte Markus keinesfalls für einen "Guru" und finde auch nicht, dass er sich in dieser Art aufspielt. Das ist etwas, was ihm unterstellt wird. Und auch wenn es im Netzwerk sehr dogmatisch wird, geht das oft von einzelnen Mitglieder und nicht unbedingt von ihm aus. Aber diese Eindrücke zeigen sich nach außen und schaden dem Bild des Netzwerks.
Vielleicht bekommen wir es ja hier hin, Alternativen zu sammeln, die dieses Bild dann etwas aufweichen.

Versteht ihr wie ich das meine? Fiel mir gerade schwer, meine Gedanken in Worten zusammen zu fassen....

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